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Warum gute Mitarbeiter schlechte Ergebnisse liefern

  • Autorenbild: Nicolas Fabjan
    Nicolas Fabjan
  • 20. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Gute Mitarbeiter sind selten das Problem. Schlechte Ergebnisse auch nicht. Das Problem ist der Raum dazwischen.


Viele Unternehmen haben kluge Köpfe, motivierte Teams und ausreichend Erfahrung. Und trotzdem bleiben Wirkung, Tempo und Qualität hinter den Erwartungen zurück.


Die schnelle Erklärung lautet: „Die Leute sind nicht gut genug.“


Die ehrliche Erklärung ist unbequemer: Das System zwingt gute Menschen zu schlechten Entscheidungen.


Schlechte Ergebnisse sind fast immer ein Systemfehler – kein Personalfehler.


Der Denkfehler bezüglich guter Mitarbeiter


Wenn Ergebnisse nicht stimmen, schauen Führungskräfte zuerst auf Menschen:


  • Wer performt nicht?

  • Wer braucht Coaching?

  • Wen müssen wir austauschen?


Das fühlt sich nach Führung an. Ist aber Symptombekämpfung.


Denn Leistung entsteht nicht im Menschen. Sie entsteht im Kontext, in dem Menschen arbeiten.


Menschen liefern keine Ergebnisse. Systeme tun das.

Der blinde Fleck


Gute Mitarbeiter sind anpassungsfähig. Sie kompensieren Mängel:


  • Unklare Ziele

  • Widersprüchliche Prioritäten

  • Fehlende Entscheidungslogiken

  • Prozesse, die niemand sauber erklärt hat


Kurzfristig funktioniert das. Langfristig zahlen sie den Preis.


Typische Symptome:


  • Hoher Einsatz, wenig Wirkung

  • Viel Aktivität, kaum Fortschritt

  • Motivation nimmt ab, obwohl niemand „faul“ ist

  • Ergebnisse schwanken stark – je nach Person


Was dann passiert, ist fatal:Leistung wird persönlich interpretiert.Probleme werden strukturell verursacht.


Ohne Systeme wird jede Leistung zur Glückssache


Warum Talent nicht reicht


Talent skaliert nicht. Struktur schon.


In systemlosen Organisationen hängt alles an Einzelnen:


  • „Frag lieber Anna, sie weiß das.“

  • „Ohne Thomas geht das nicht.“

  • „Der neue braucht erst Monate, bis er reinkommt.“


Das ist kein Zeichen von Exzellenz. Das ist ein Risiko.


Denn:


  • Urlaub wird zum Problem

  • Krankheit wird zum Stillstand

  • Wachstum wird zur Überforderung

Wenn Ergebnisse an Personen hängen, fehlt Führung.

Der eigentliche Engpass


Nicht Mitarbeiter sind der Engpass. Entscheidungsfähigkeit ist es.


In vielen Unternehmen ist unklar:


  • Wer darf was entscheiden?

  • Nach welchem Prinzip?

  • Mit welchem Ziel?

  • Mit welchen Konsequenzen?


Also entscheiden Mitarbeiter aus dem Bauch. Oder sie entscheiden gar nicht. Beides führt zu schlechten Ergebnissen - unabhängig davon, wie gut sie eigentlich sind.


Unklare Entscheidungen erzeugen schlechte Resultate. Nicht schlechte Menschen.

Die Wende: Führung durch Struktur


Reife Organisationen drehen den Blick: Nicht „Wer liefert schlecht?“ Sondern „Was zwingt gute Leute zu schlechten Entscheidungen?“


Sie ersetzen individuelles Heldentum durch Systeme:


  1. Klarheit: Ziele, Prioritäten und Erfolgskriterien sind eindeutig.

  2. Entscheidungslogik: Jeder weiß, was er entscheiden darf – und was nicht.

  3. Wiederholbarkeit: Gute Ergebnisse entstehen nicht einmal, sondern regelmäßig.


Erst dann kann Talent wirken.Erst dann wird Leistung fair bewertbar.


Struktur ist kein Korsett. Sie ist der Rahmen, in dem Menschen stark werden.


Die unbequeme Wahrheit


Wenn gute Mitarbeiter dauerhaft schlechte Ergebnisse liefern, ist das kein HR-Problem. Es ist ein Führungsproblem.

Nicht, weil Führung zu wenig fordert. Sondern, weil sie zu wenig strukturiert.


Schlussgedanke


Bevor du den nächsten Mitarbeiter beurteilst, frage dich:


  • In welchem System arbeitet er?

  • Welche Entscheidungen zwingst du ihn zu treffen?

  • Was müsste klar sein, damit er gute Arbeit leisten kann?


Denn gute Menschen scheitern selten an sich selbst. Sie scheitern an Organisationen, die Erwartungen haben – aber keine Struktur.


Nicolas Fabjan – Gründer & CEO Nordsteg

Klartext über Systeme, Marketing und Zukunft.

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