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Warum „Emotion“ im Marketing falsch verstanden wird

  • Autorenbild: Nicolas Fabjan
    Nicolas Fabjan
  • 9. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

1. Der blinde Fleck


Marketing hat Emotion als einen großen Topf behandelt.

Alles, was nicht rational erklärbar war, wurde einfach „emotional“ genannt.


Der Effekt:

Unternehmen bauen Kampagnen, die unterhalten – aber nicht wirken.

Sie berühren Menschen – aber sie bewegen sie nicht.

Sie erzeugen Aufmerksamkeit – aber keine Erinnerung.


Ein Gefühl allein verkauft nichts.

Denn das Gehirn entscheidet anders, als wir denken.


Emotion im Marketing

2. Typische Symptome in Unternehmen:


  • Kampagnen erzeugen Reichweite, aber keine Anfragen

  • Kunden erinnern sich an die Story, aber nicht an die Marke

  • Kreativität überstrahlt die Botschaft

  • Markenbotschaften gehen im Entertainment verloren


Das ist kein Kreativproblem. Es ist ein Strukturproblem.

Wenn wir alles „Emotion“ nennen, übersehen wir die Mechanik im Gehirn, die Wirkung erzeugt.


Der Kunde erinnert sich nicht an das Gefühl

3. Emotion = 3 Dinge


Neuromarketing – insbesondere die Arbeit von Pranav Yadav – zeigt eine viel klarere Ordnung:


„Emotion“ ist nicht ein Faktor. Es sind drei – und sie wirken nicht gleich.


  1. Relevanz – der Filter

  2. Memory Encoding – die Speicherung

  3. Emotionale Intensität – der Verstärker

Und ihre Reihenfolge ist nicht verhandelbar.


Relevanz entscheidet, ob etwas ins Gehirn darf. Memory Encoding entscheidet, ob es dort bleibt. Emotion entscheidet, wie stark es wirkt – aber nur, wenn die beiden davor stimmen.

Die Industrie hat jahrzehntelang beim dritten Punkt begonnen – und sich gewundert, warum nichts passiert.


4. Lösung – Das Neuro-Clarity-Framework


Wenn ein Unternehmen Marketing baut, das wirkt, folgt es dieser Struktur:


1. Relevanz herstellen – „Ist das wichtig für mich?“

Das Gehirn ist effizient.

Es speichert nichts, das keinen persönlichen Bezug hat.

Relevanz entsteht durch Klarheit: Ziel, Problem, Nutzen – in einem Satz.

Prinzip:

Ohne Relevanz gibt es keine Erinnerung. Ohne Erinnerung gibt es keinen Umsatz.

2. Memory Encoding sichern – „Merkt sich das Gehirn die Botschaft?“

Der stärkste Prädiktor für zukünftiges Verhalten ist die Fähigkeit des Gehirns, etwas abzuspeichern.


  • Nicht der Klick.

  • Nicht die Verweildauer.

  • Nicht die Emotion.


Abspeicherung entsteht durch Struktur:


  • eine klare Botschaft

  • an der richtigen Stelle

  • im richtigen Moment der Aufmerksamkeit


Prinzip:

Das Gehirn speichert keine Zufälle – nur Muster.

3. Emotionale Intensität dosieren – „Wie stark erlebt der Mensch den Moment?“


Emotion verstärkt Wirkung – aber sie ersetzt keine Relevanz. Sie macht das Erlebte intensiver, sichtbarer, memorierbarer. Doch wenn die Marke in diesem Peak nicht präsent ist, verpufft alles. Das ist der „Vampire Effect“:


  • Der Spot wird erinnert.

  • Der Witz wird erinnert.

  • Der Hund im Video wird erinnert.

  • Nur die Marke nicht.


Prinzip:

Emotion ist der Verstärker. Nicht der Grund.

5. Ausblick


Die nächsten erfolgreichen Marken werden nicht die lautesten sein.

Und nicht die emotionalsten. Sondern die klarsten.


Unternehmen, die Relevanz, Erinnerung und Emotion in der richtigen Reihenfolge denken, werden ihre Konkurrenz überholen – nicht durch Budget, sondern durch Struktur.


Wirkung entsteht, wenn eine Botschaft zuerst relevant ist, dann gespeichert wird und erst danach emotional verstärkt wird.

Marketing, das diesen Weg geht, wirkt tiefer als jeder kreative Einfall. Es baut Marken, die im Kopf bleiben – und Entscheidungen beeinflussen.


Emotion ist das Feuer. Relevanz ist der Funke.

6. Abschluss


Wenn du deine beste Kampagne der letzten Jahre ansiehst:

Hat dein Kunde sich an die Marke erinnert – oder nur an das Gefühl?


Nicolas Fabjan – Gründer & CEO Nordsteg

Klartext über Systeme, Marketing und Zukunft.

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