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Warum viele Agenturen ihr eigenes Geschäftsmodell nicht verstehen

  • Autorenbild: Nicolas Fabjan
    Nicolas Fabjan
  • 12. Jan.
  • 13 Min. Lesezeit

Die meisten Agenturen scheitern nicht an ihrer Kreativität, sondern an ihrem Geschäftsmodell. Die Wahrheit ist unbequem: Wer seine Leistungen nicht klar definiert, Prozesse nicht skaliert und Ergebnisse nicht messbar macht, wird im Wettbewerb untergehen.

Für Unternehmer bedeutet das: Eine Agentur, die ihre eigene Wertschöpfung nicht versteht, wird auch Ihrem Unternehmen keinen nachhaltigen Nutzen bringen. Der Preis für unklare Strukturen und ineffiziente Modelle ist hoch – für beide Seiten.

Was bedeutet das für Ihre Entscheidungen? Denken Sie an folgende Punkte:

  • Arbeiten Sie mit einer Agentur, die Ergebnisse liefert oder Stunden abrechnet?

  • Starten Projekte mit klarer Strategie oder mit impulsiver Umsetzung?

  • Wie transparent ist der tatsächliche Mehrwert für Ihr Unternehmen?

Dieser Artikel zeigt, warum diese Fragen entscheidend sind – und warum viele Agenturen hier versagen.

Warum Agenturen scheitern: Kritische Statistiken und Erfolgsfaktoren

Fehlende oder unklare Wertversprechen

Viele Agenturen scheitern daran, ihren tatsächlichen Geschäftswert klar zu kommunizieren. Statt präziser Wertversprechen setzen sie auf allgemeines „Full-Service-Marketing“, das Unternehmern keine verlässliche Entscheidungsgrundlage bietet. Oft verkaufen sie Leistungen wie „SEO“ oder „Websites“, weil Kunden danach fragen – nicht, weil diese Maßnahmen die eigentlichen Geschäftsprobleme lösen.

Dieses Problem hat tieferliegende Ursachen. Agenturen arbeiten meist im Takt von Kampagnen, die sich über Wochen oder Monate erstrecken, anstatt langfristige Strategiezyklen zu verfolgen. Dieser kurzfristige Fokus behindert nachhaltige Wertschöpfung. Belohnt wird, wer den nächsten Auftrag an Land zieht oder das Werbebudget erhöht – nicht, wer langfristigen Geschäftserfolg schafft. Das Ergebnis: Nur 9 % der Unternehmen nutzen Daten und Technologie effektiv, um relevante Kundenerlebnisse zu schaffen. Gleichzeitig können viele Agenturen nicht schlüssig erklären, wie ihre Arbeit in messbaren Geschäftserfolg übersetzt wird.

Im Folgenden beleuchten wir, wie standardisierte Leistungen und der mangelnde Fokus auf ROI weitere Probleme verursachen.


Austauschbare Leistungen ohne Differenzierung

Generische Angebote treiben viele Agenturen in eine Abwärtsspirale. Ohne klare Differenzierung bleibt oft nur der Preis als Entscheidungskriterium. Um konkurrenzfähig zu bleiben, senken Agenturen ihre Honorare und setzen auf weniger erfahrene, günstigere Mitarbeiter. Dies führt zu sinkender Qualität, woraufhin Kunden ihre Budgets weiter kürzen. 83 % der Marken schaffen keine konsistente Kundenbindung über alle Touchpoints hinweg, weil ihre Agenturen keine fundierte Methodik bieten, die über Standardlösungen hinausgeht.

Ein anschauliches Beispiel liefert Tropicana (PepsiCo): 2009 beauftragte das Unternehmen die Agentur Arnell mit einem Relaunch der Verpackung ihres Orangensafts. Ohne datengestützte Strategie entschied sich die Agentur für ein generisches Redesign. Das Ergebnis: Ein Umsatzrückgang von 20 % und ein Verlust von 30 Millionen US-Dollar in nur zwei Monaten. Tropicana musste zur ursprünglichen Verpackung zurückkehren. Der Fehler lag nicht in der Ausführung, sondern im fehlenden Verständnis für den Geschäftskontext und die Kundenbindung.

Neben der Austauschbarkeit von Leistungen bleibt der fehlende Fokus auf messbare Ergebnisse ein zentraler Schwachpunkt vieler Agenturen.


Kein Fokus auf messbaren ROI

Die meisten Agenturen berichten über Kennzahlen wie Impressionen, Klicks oder „Engagement“ – Daten, die Unternehmern keine Grundlage für Entscheidungen bieten. 78 % der Marken berücksichtigen die Customer Journey nicht bei ihren Marketingentscheidungen. Kampagnen werden somit oft losgelöst vom tatsächlichen Kaufverhalten geplant. Ohne eine klare Verbindung zwischen Marketingmaßnahmen und Umsatz bleibt Marketing eine Kostenstelle statt einer Investition.

Ein Grund dafür liegt in überholten Vergütungsmodellen. Viele Agenturen arbeiten auf Basis eines Prozentsatzes des Werbebudgets – je mehr der Kunde ausgibt, desto höher die Vergütung, unabhängig vom erzielten ROI. Stefan Vetter, CEO der Wortspiel GmbH, beschreibt dies treffend:

„Manche Agenturen werden mit einem Prozentsatz des Werbeumsatzes bezahlt. Das ist nicht immer im besten Interesse des Kunden, denn je mehr sie ausgeben, desto mehr verdient die Agentur."

Diese Unsicherheiten in der Leistungskommunikation führen zu ineffizienten Vergütungsmodellen, die das Wachstum hemmen. Ohne klare Ausrichtung auf messbare Geschäftsergebnisse – wie Leads, Umsatz oder Gewinn – bleibt die Beziehung zwischen Agentur und Kunde rein transaktional. Eine strategische Planung, die diese Schwächen adressiert, ist essenziell für langfristigen Erfolg.


Leistungen, die nicht zu den Kundenbedürfnissen passen

Viele Agenturen bieten Leistungen an, die nicht auf die tatsächlichen Herausforderungen ihrer Kunden abgestimmt sind. Das Problem liegt weniger an fehlendem Fachwissen, sondern an einer grundlegenden Fehlausrichtung. Oftmals fehlt es an einer fundierten Analyse der Kundenbedürfnisse zu Beginn eines Projekts. Statistiken zeigen, dass etwa 52 % aller Agenturprojekte scheitern, weil sie mehr Zeit in Anspruch nehmen als geplant. Die ursprünglichen Annahmen entsprechen häufig nicht den realen Gegebenheiten.

Diese Diskrepanz hat strukturelle Ursachen. Agenturen verlieren oft den Fokus, da sie sich zu sehr auf kurzlebige Kampagnen konzentrieren, die nur wenige Wochen oder Monate laufen. Statt langfristige Strategien zu entwickeln, liegt der Fokus darauf, kurzfristig neue Aufträge zu gewinnen oder die Quartalszahlen zu verbessern. Langfristige Perspektiven bleiben dabei auf der Strecke. David Giesen, Senior Project Manager bei Jung von Matt, beschreibt das Problem treffend:

"Effizient und profitabel zu arbeiten und gleichzeitig Entscheidungsträger und hierarchische Ebenen angemessen einzubinden [ist eine große Herausforderung]."

Das Ergebnis: Agenturen springen direkt in die Umsetzung, ohne den umfassenden Geschäftskontext ihrer Kunden zu verstehen. Ein typisches Beispiel ist der Einsatz von Google Ads, nur weil der Kunde es wünscht – ohne strategisch zu prüfen, ob diese Maßnahme überhaupt sinnvoll ist. Im nächsten Abschnitt wird beleuchtet, welche Risiken ein zu schneller Einstieg in die operative Umsetzung mit sich bringt.


Direkt zur Umsetzung statt zur Strategie

Häufig beginnen Agenturen mit dem Kampagnenmanagement, ohne eine strategische Basis zu schaffen. Ein Unternehmen beauftragt beispielsweise Google Ads, und die Agentur richtet sofort Kampagnen ein – ohne ein SEA-Audit durchzuführen oder die Kontostruktur zu analysieren. Das Budget wird investiert, Klicks werden generiert, doch die Ergebnisse bleiben aus. Es wird nicht geprüft, ob die Landing Pages tatsächlich konvertieren, die Gebotsstrategien zur Geschäftslogik passen oder die Zielgruppe korrekt angesprochen wird.

Melissa Wagner, PR Team Lead bei getpress, bringt es klar auf den Punkt:

"Agenturen müssen effizient arbeiten, um in einem wertbasierten Abrechnungsmodell profitabel zu sein. Das erfordert auch die Bereitschaft, sich mit KI-Tools auseinanderzusetzen... Wer sich jetzt nicht proaktiv damit beschäftigt, wird auf der Strecke bleiben."

Ohne eine gründliche strategische Vorbereitung wird Marketing schnell zur Kostenfalle. Budgets werden eingesetzt, ohne sicherzustellen, dass die Maßnahmen tatsächlich zur Geschäftsentwicklung beitragen. Neben dieser strategischen Schwäche ist auch das fehlende Verständnis für den Kundenkontext ein zentraler Grund für das Scheitern vieler Projekte.


Den Geschäftskontext des Kunden ignorieren

Rund 83 % der Marken schaffen es nicht, über alle Touchpoints hinweg eine konsistente Kundenbindung aufzubauen. Statt die Frage zu stellen: „Welches Problem lösen wir wirklich?“, denken viele Agenturen nur an die Leistungen, die sie verkaufen möchten.

Ein Beispiel verdeutlicht die Problematik: Ein B2B-Unternehmen mit langen Verkaufszyklen beauftragt eine Agentur mit Social Media Ads. Die Kampagne erzielt zwar Reichweite und Klicks, liefert aber keine qualifizierten Leads – weil die Agentur den Bedarf an einer mehrstufigen Nurturing-Strategie übersehen hat. Zusätzlich berücksichtigen 78 % der Marken die Customer Journey nicht in ihren Marketingentscheidungen. Dadurch fließen Budgets in Kanäle, die kaum Einfluss auf die Kaufentscheidungen der Kunden haben.

Agenturen, die ihre Arbeit mit einem klaren Marketing Masterplan oder einer Roadmap beginnen, vermeiden solche Fehler. Sie analysieren zunächst den Status quo, definieren klare Ziele und priorisieren Maßnahmen – bevor auch nur ein Euro in Kampagnen fließt. Auf diese Weise entsteht Klarheit darüber, welche Leistungen tatsächlich Mehrwert bieten. Eine strukturierte Roadmap, wie sie Nordsteg einsetzt, beseitigt diese Schwächen, bevor Maßnahmen umgesetzt werden.


Preismodelle, die die Rentabilität gefährden

Viele Agenturen stehen sich mit ihren Preismodellen selbst im Weg, wenn es um nachhaltiges Wachstum geht. Besonders das Stundenhonorar erweist sich als Stolperstein: Es verknüpft den Umsatz direkt mit der Arbeitszeit und limitiert so die Gewinnmöglichkeiten. Das Paradoxe dabei: Je effizienter eine Agentur arbeitet, desto weniger verdient sie. Investitionen in Prozessoptimierungen, KI-Tools oder spezialisiertes Know-how werden dadurch regelrecht bestraft.

Die Zahlen untermauern das Problem: Rund 60 % der Agenturen setzen nach wie vor auf arbeitsbasierte Honorarmodelle, wobei die durchschnittliche Netto-Marge lediglich 15 % beträgt. Gleichzeitig produzieren Agenturen heute viermal mehr Output als noch vor zehn Jahren – und das oft für den gleichen oder sogar geringeren Preis. Diese Praxis bremst Wachstum und Entwicklung nachhaltig aus.


Warum Stundenabrechnung Wachstum blockiert

Das Hauptproblem der Stundenabrechnung ist die lineare Wachstumslogik: Mehr Umsatz erfordert mehr Personal. Selbst bei optimaler Auslastung bleibt die Zahl der abrechenbaren Stunden pro Jahr auf etwa 1.600 begrenzt – und das ohne Berücksichtigung von Urlaub, Krankheit oder administrativen Tätigkeiten. Eine einzige Woche Urlaub oder die Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters kann die Marge eines ganzen Monats zunichtemachen. Diese Abhängigkeit von Arbeitsstunden drängt Agenturen in einen ruinösen Preiswettbewerb, anstatt den tatsächlichen Wert ihrer Leistungen in den Vordergrund zu stellen.

Ein Ausweg aus diesem Dilemma liegt in der Umstellung auf ein wertorientiertes Preismodell.


Der Wechsel zur wertbasierten Preisgestaltung

Wertbasierte Preisgestaltung löst die Bindung von Umsatz und Arbeitszeit auf und stellt stattdessen den geschaffenen Mehrwert für den Kunden in den Mittelpunkt – sei es durch Umsatzsteigerungen, Kostensenkungen oder eine stärkere Marktpositionierung.

Ein Beispiel aus der Praxis: Die PR-Agentur Pedroza Communications stellte 2021 ihr Preismodell auf wertbasierte Ansätze um. Innerhalb von etwas mehr als einem Jahr konnte sie ihren Gewinn um 66 % steigern. Ähnlich erfolgreich war die Agentur Ready North (ehemals PR 20/20), die 2014 ein „Point Pricing“-Modell einführte. Hierbei werden Projekte anhand eines festen Punktesystems bewertet (z. B. ein Blogbeitrag = 3 Punkte à 165 US-Dollar). Das Ergebnis: mehr Transparenz und ein klarer Fokus auf Ergebnisse.

Die Umstellung auf wertbasierte Modelle erfordert jedoch ein Umdenken. Es geht nicht mehr darum, zu fragen: „Was möchten Sie umgesetzt haben?“, sondern: „Was bedeutet Erfolg für Ihr Unternehmen, und wie messen wir ihn?“ Studien zeigen, dass bereits eine Preisanpassung um nur 1 % den Gesamtgewinn um 11,1 % steigern kann. Wertbasierte Preisgestaltung kann die Profitabilität im Vergleich zu marktbasierten Ansätzen um bis zu 50 % erhöhen.

Wichtig ist dabei, dass wertbasierte Preisgestaltung nur funktioniert, wenn die Agentur zunächst eine klare strategische Grundlage schafft. Ohne einen soliden Marketing Masterplan oder eine Roadmap lässt sich der tatsächliche Wert der erbrachten Leistungen nicht messen – und damit auch nicht rechtfertigen. Agenturen, die ohne fundierte Strategie direkt in die Umsetzung springen, bleiben zwangsläufig in der Stundenfalle gefangen.


Beispiele häufiger Agentur-Fehler

Die Praxis zeigt immer wieder, wie Agenturen in vorhersehbare Fallen geraten. Zwei typische Muster stechen dabei besonders hervor: das Vernachlässigen der Planungsphase und Preismodelle, die das Wachstum systematisch ausbremsen. Beide Probleme resultieren aus einem grundlegenden Missverständnis des eigenen Geschäftsmodells. Zwei Beispiele verdeutlichen, wie sich diese Fehler in der Praxis auswirken.


Beispiel: Die Planungsphase wird übersprungen

Viele Agenturen starten ohne eine klare Strategie – ein Fehler, der schnell zu Chaos führt, vor allem wenn das Geschäft wächst. Ohne eine fundierte Planung fehlt es an Transparenz im Team, und die Abläufe geraten aus dem Ruder. Die Zahlen sprechen für sich: Rund 90 % der Agenturen scheitern innerhalb der ersten zwei Jahre.

Das Kernproblem? Es gibt keine klaren Prozesse oder Standard Operating Procedures (SOPs). Dadurch bleibt jede wichtige Entscheidung beim Gründer hängen. Das Unternehmen wird so nicht zu einem skalierbaren System, sondern zu einem Vollzeitjob für eine einzelne Person. Melissa Wagner, PR Team Lead bei getpress, bringt es treffend auf den Punkt:

"A lack of communication quickly becomes a blocker for good PR results".

Ohne eine strategische Kommunikation und Planung zu Beginn können selbst die besten Kampagnen scheitern – vor allem, wenn Deadlines näher rücken und das Chaos überhandnimmt. Diese Mängel in der Planung wirken sich direkt auf die Preisgestaltung und damit auf die Skalierbarkeit aus.


Beispiel: Preisgestaltung verhindert Skalierung

Ein weiteres Problem ist die Stundenabrechnung – ein Modell, das Ineffizienz belohnt. Je länger eine Aufgabe dauert, desto mehr Umsatz wird generiert, allerdings auf Kosten des langfristigen Kundenwerts. Über die Hälfte der Agenturen setzt nach wie vor auf dieses Modell. Doch es hat einen entscheidenden Nachteil: Das Umsatzpotenzial ist direkt an die Anzahl der Mitarbeiter gebunden. Um zu wachsen, müssen ständig neue Mitarbeiter eingestellt werden. Das führt zu einem linearen Wachstum ohne Skaleneffekte.

Die Zahlen verdeutlichen das Problem: CEOs traditioneller Agentur-Holdings wie WPP und Omnicom verdienten das 4,6-fache bzw. 2,8-fache dessen, was Führungskräfte bei Accenture erhielten – obwohl Accenture größer war und schneller wuchs. Der Unterschied liegt im Geschäftsmodell: Während tech-basierte Beratungen wie Accenture Milliarden in Forschung und Entwicklung investieren, fehlt bei traditionellen Agenturen oft eine entsprechende Position in der Bilanz. Hinzu kommt, dass Agenturen in kurzfristigen Kampagnenzyklen arbeiten, anstatt auf langfristige Innovation zu setzen. Die Stundenabrechnung verstärkt dieses strukturelle Problem zusätzlich.


Wie man ein profitables und skalierbares Agentur-Modell aufbaut

Nachhaltiges Wachstum und Profitabilität entstehen nicht durch Zufall, sondern durch einen klaren Plan. Erfolgreiche Agenturen konzentrieren sich auf drei entscheidende Prinzipien: eine durchdachte Strategie, die vor jeder Umsetzung steht, die Fokussierung auf geschäftsrelevante Ergebnisse und eine skalierbare, wertorientierte Preisgestaltung. Diese drei Faktoren schaffen ein System, das unabhängig vom Gründer funktioniert und langfristig Bestand hat. Der Ausgangspunkt? Ein klarer strategischer Plan.


Strategie vor Aktion: Der Marketing-Masterplan als Grundlage

Erfolgreiche Agenturen handeln nicht impulsiv, sondern planen mit System. Ein Beispiel: Die PR-Agentur getpress entwickelt quartalsweise Storylines, um Strategie und Meilensteine transparent zu machen. Ebenso setzt die Full-Service-Agentur Remazing bei ihren Brand-Kunden auf eine strukturierte Roadmap, die von der Definition des Service-Pakets über die strategische Planung bis hin zur Umsetzung und dem Monitoring reicht.

Ein solcher Masterplan ist mehr als eine bloße To-do-Liste. Er umfasst die Definition der Zielgruppe mit präzisen Buyer Personas, SMART-Ziele, die Wahl der passenden Kanäle basierend auf Nutzerverhalten und einen Zeitplan mit klaren Meilensteinen. Winston Churchill brachte es treffend auf den Punkt:

„Those who plan do better than those who do not plan, even should they rarely stick to their plan".

Mit einer fundierten Roadmap schafft man nicht nur Klarheit im Team, sondern verhindert auch Chaos – ein häufiger Stolperstein bei wachsender Projektkomplexität. Diese Planung bildet die Grundlage für alle weiteren Schritte, insbesondere für die Konzentration auf messbare Ergebnisse.


Erfolgsrelevante Kennzahlen im Fokus

Agenturen, die ausschließlich kanalbasierte Metriken betrachten, greifen zu kurz. Ein umfassender Ansatz, der CRM-, Vertriebs- und Logistikdaten integriert, ist unverzichtbar. Nur so lassen sich Kennzahlen identifizieren, die direkt mit dem Geschäftserfolg des Kunden verknüpft sind: ROI, Customer Acquisition Cost oder Conversion Rates, statt sich auf oberflächliche Zahlen wie Klicks oder Impressions zu verlassen. Unternehmen, die diesen datengetriebenen Ansatz verfolgen, berichten von Einsparungen bis zu 30 % und Umsatzsteigerungen von bis zu 20 %.

Auch intern sollten Agenturen zwischen Bruttoumsatz und Adjusted Gross Income (AGI) unterscheiden – also dem Umsatz, der nach Abzug externer Kosten wie Google Ads-Spend oder Media-Kosten übrig bleibt. Die EBITDA-Marge mittelgroßer Marketing-Agenturen liegt global bei 12–17 %, wobei Personalkosten idealerweise etwa 50 % des AGI ausmachen sollten. Melissa Wagner, PR Team Lead bei getpress, bringt es auf den Punkt:

„Less hour-based, more value-based billing. ... This means that partners know transparently what they really get for their money".

Wertbasierte Preisgestaltung: Der Schlüssel zur Skalierbarkeit

Der Übergang von stundenbasierter zu wertorientierter Preisgestaltung ist essenziell, um Skalierbarkeit zu erreichen. Statt Zeit gegen Geld zu tauschen, geht es darum, konkrete Ergebnisse und Ziele zu verkaufen. Dieses Modell erlaubt es, den Umsatz von der Verfügbarkeit personeller Ressourcen zu entkoppeln und planbare Einnahmen zu generieren. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die internen Prozesse der Agentur effizient gestaltet sind:

„Agencies must work efficiently in order to be profitable in a value-based billing model".

Bereits zu Beginn eines Projekts sollten Service-Paket, Zeitrahmen und Meilensteine klar definiert sein. Verschiedene Monetarisierungsmodelle stehen zur Verfügung, darunter gebührenbasierte direkte Verkäufe, Abonnements oder Freemium-Modelle. Entscheidend ist, dass das gewählte Modell wiederkehrende Einnahmen generiert – ähnlich wie bei SaaS-Modellen, die durch monatliche Gebühren langfristig stabilen Wert schaffen.


Der Nordsteg-Ansatz: Planung vor Umsetzung

Viele Agenturen handeln zu kurzfristig und übersehen dabei die Bedeutung von langfristiger Strategie, solider Infrastruktur und geistigem Eigentum. Nordsteg verfolgt einen anderen Ansatz: Kein Euro fließt in Werbung, bevor nicht ein klarer Marketing-Masterplan oder eine Roadmap steht. Diese Reihenfolge ist entscheidend, da ohne ein strategisches Fundament weder Messbarkeit noch Effizienz oder nachhaltige Profitabilität erreicht werden können. Dieses Vorgehen führt nicht nur zu besseren Ergebnissen, sondern ermöglicht auch ein transparentes und effektives Preismodell.


Warum Planung unverzichtbar ist

Ein gut durchdachter Plan ist mehr als nur ein organisatorisches Instrument – er ist die Grundlage für wertorientierte Preisgestaltung und planbare Ergebnisse. Hannes Detjen, Gründer von Remazing, bringt es auf den Punkt:

"We start with strategic aspects, then we move on to content optimization and then we get started with the campaigns".

Diese klare Reihenfolge stellt sicher, dass Budget und Ressourcen gezielt in Maßnahmen investiert werden, die tatsächlich Geschäftserfolge erzielen.

Eine strategische Ressourcen-Analyse vor der Umsetzung verhindert unnötige Ausgaben und sorgt dafür, dass Material, Arbeitszeit und Kapital ausschließlich dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen bringen. Ohne SMART-Ziele (spezifisch, messbar, erreichbar, relevant, zeitgebunden) bleibt eine effektive Erfolgskontrolle oder eine präzise ROI-Berechnung unmöglich. Zudem ermöglicht die Planung die frühzeitige Identifikation von „Points of No Return“ und die Einplanung von Puffern, um auf unvorhergesehene Marktveränderungen flexibel reagieren zu können.


Ergebnisse, die zählen

Nordsteg verbindet strategische Planung mit Coaching und datenbasierter Umsetzung, um langfristiges Wachstum zu sichern – keine kurzfristigen Experimente. Diese Herangehensweise schafft Klarheit: Kunden wissen von Anfang an, welche Ergebnisse sie für ihr Investment erwarten können. Der Fokus liegt dabei auf Outcomes statt Deliverables. Es geht nicht um das Abarbeiten von Aufgabenlisten, sondern um konkrete Geschäftsergebnisse wie Leads, Umsatz und ROI.

Dieser Ansatz behebt die Schwächen vieler Agenturen, die oft ohne strategischen Rahmen arbeiten. Durch die klare Struktur stellt Nordsteg sicher, dass jede Maßnahme auf einem fundierten Prozess basiert und nachhaltige Ergebnisse liefert.


Fazit: Agenturen neu denken

Das Problem vieler Agenturen liegt selten in fehlendem Fachwissen, sondern in einem grundlegenden Missverständnis ihres eigenen Geschäftsmodells. Wer sich allein auf abrechenbare Stunden und operative Maßnahmen ohne strategischen Unterbau konzentriert, baut auf unsicherem Fundament. Solche Modelle sind nicht skalierbar und stoßen schnell an Grenzen. Die Konsequenzen sind klar: Agenturen scheitern früh. Hinzu kommt, dass die vier größten Agentur-Holdings zwischen 2017 und 2018 Aktienverluste zwischen 3 % und 25 % hinnehmen mussten.

Diese Zahlen zeigen, dass Unternehmer bei der Wahl einer Agentur mehr Wert auf deren Denkweise legen sollten – und nicht nur auf kurzfristige Kostenvorteile. Die richtige Agentur zeichnet sich durch strategisches Verständnis aus, nicht durch den niedrigsten Preis. Alexander Osterwalder, Mitentwickler der Business Model Canvas, bringt es auf den Punkt:

„A business model describes the rationale of how an organization creates, delivers, and captures value".

Eine Agentur, die ihr eigenes Geschäftsmodell nicht versteht, wird kaum in der Lage sein, langfristig Wert für ihre Kunden zu schaffen.

Die Zukunft gehört jenen Partnern, die strategisches Denken an erste Stelle setzen. Unternehmen, die eine „ganzheitliche Reife“ in ihren Marketing-Modellen erreichen, berichten von bis zu 30 % Kosteneinsparungen und Umsatzsteigerungen von bis zu 20 %. Solche Ergebnisse entstehen nicht durch mehr Aktionismus, sondern durch eine klare Struktur. Wie bereits in den vorherigen Abschnitten betont, liegt der Schlüssel in einem tragfähigen Geschäftsmodell. Nur wer zuerst eine klare Roadmap und Strategie definiert, kann planbare Ergebnisse und nachhaltiges Wachstum erzielen. Wer diese Prinzipien ignoriert, riskiert die eigene Profitabilität. Wer sie jedoch verinnerlicht, schafft ein Marketing-System, das unabhängig von Marktveränderungen oder Agenturwechseln stabil und effizient funktioniert.


FAQs


Warum scheitern viele Agenturen an ihrem Geschäftsmodell, obwohl sie kreativ sind?

Viele Agenturen scheitern nicht, weil es ihnen an Ideen oder Kreativität mangelt. Das eigentliche Problem liegt oft in einem unausgereiften oder fehlenden Geschäftsmodell. Es fehlt an einer klaren Positionierung, an einer präzisen Definition des Mehrwerts für die Kunden oder an einer Preisstrategie, die langfristig trägt. Ohne diese Grundlagen bleibt nachhaltige Profitabilität schwer erreichbar.

Ein weiteres Problem zeigt sich häufig in der fehlenden Übereinstimmung zwischen dem, was angeboten wird, und dem, was Kunden tatsächlich brauchen. Ohne strategische Ausrichtung und eine klare Roadmap verlieren sich viele Agenturen in kurzfristigen Experimenten. Diese mögen zwar kurzfristig spannend wirken, führen aber selten zu planbaren und messbaren Ergebnissen.

Ein tragfähiges Geschäftsmodell erfordert klare Zielsetzungen, eine fundierte Strategie und eine konsequente Umsetzung. Genau hier setzt Nordsteg an: Wir entwickeln zuerst einen individuell abgestimmten Marketing-Masterplan, der auf langfristiges Wachstum und nachhaltige Ergebnisse ausgerichtet ist – erst danach folgen die konkreten Maßnahmen.


Wie können Agenturen ihren Mehrwert für Kund:innen besser vermitteln?

Agenturen sollten ihren Mehrwert klar und präzise vermitteln. Eine deutliche Value-Proposition, die zeigt, welche Probleme gelöst und welcher konkrete Nutzen geschaffen wird, ist dabei entscheidend. Statt einen "Wir-machen-alles"-Ansatz zu verfolgen, hilft eine klare Positionierung, sich auf die richtigen Zielgruppen und Dienstleistungen zu konzentrieren. Das stärkt das Vertrauen der Kund:innen und positioniert die Agentur als Expert:in in ihrem Bereich.

Ebenso wichtig ist die Messbarkeit des Nutzens. Ergebnisse sollten anhand klarer KPIs wie Umsatzsteigerungen oder Kostensenkungen belegt werden. Regelmäßige Berichte – etwa monatlich oder quartalsweise (im Format TT.MM.JJJJ) – schaffen Transparenz. Eine Roadmap mit klar definierten Zielen zeigt, dass die Agentur strategisch arbeitet und langfristige, planbare Ergebnisse liefert.

Auch die Kommunikation sollte kundenorientiert und nachvollziehbar gestaltet sein. Konkrete Zahlen und Beispiele, wie etwa "Organischer Traffic stieg um 25 % in 6 Monaten", machen Erfolge greifbar. Die Verwendung lokaler Formate, wie Preise in Euro (z. B. 10.000 €), sowie das korrekte Setzen von Dezimal- und Tausendertrennzeichen, unterstreicht die Professionalität und signalisiert, dass die Agentur als verlässlicher Partner für nachhaltiges Wachstum agiert.


Warum ist eine wertbasierte Preisgestaltung für Agenturen oft vorteilhafter als die Abrechnung nach Stunden?

Eine Preisgestaltung, die sich am Wert orientiert, bringt Agenturen klare Vorteile im Vergleich zur klassischen Abrechnung nach Stunden. Sie eröffnet die Möglichkeit, höhere Margen und eine stabilere finanzielle Basis zu erreichen, da die Vergütung auf dem erzielten Nutzen basiert, anstatt auf der investierten Zeit. Gleichzeitig entfällt der administrative Aufwand für detaillierte Zeiterfassung und die Kontrolle von Stundensätzen.

Diese Herangehensweise verbessert auch die Zusammenarbeit mit Ihren Kund:innen, da der Fokus auf den gemeinsamen Zielen und Ergebnissen liegt – und nicht auf einer minutengenauen Abrechnung. Das macht Preisverhandlungen einfacher, da der Wert der erbrachten Leistung im Mittelpunkt steht, statt der reinen Stundenanzahl. Für Agenturen in Österreich bietet dieses Modell eine solide Grundlage, um langfristige und profitablere Kundenbeziehungen aufzubauen.

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