Warum Funnels keine Strategie ersetzen
- Nicolas Fabjan

- 12. Jan.
- 12 Min. Lesezeit
Funnels sind kein Ersatz für eine klare Ausrichtung. Wer sich ausschließlich auf messbare Ergebnisse wie Klicks oder Conversions verlässt, verliert den Blick fürs Wesentliche: nachhaltiges Wachstum und klare Marktpositionierung. 83 % der CEOs erwarten von ihrem Marketing, dass es Wachstum steuert – Funnels liefern dafür jedoch keine Antworten. Ohne ein durchdachtes Fundament bleibt jede Optimierung Stückwerk.
Ihr Risiko:
Kurzfristige Zahlen verdrängen langfristige Wirkung.
Fehlende Differenzierung führt zu steigenden Kosten und sinkendem ROI.
Lokale Besonderheiten, wie die vertrauensbasierten Kaufzyklen im DACH-Raum, bleiben ungenutzt.
Was bedeutet das für Sie? Ohne eine klare Ausrichtung wird Marketing zum Glücksspiel. Dieser Text zeigt auf, warum Funnels allein nicht genügen – und wie Sie stattdessen fundierte Entscheidungen treffen.
Das Problem: Funnels als Komplettlösung betrachten
Was Funnels tatsächlich leisten
Ein Performance-Funnel ist ein taktisches Werkzeug, das die Reise von Interessenten in klar definierten Schritten abbildet – von der ersten Anzeige über die Landingpage bis hin zum Kaufabschluss. Dabei liefert er Kennzahlen wie Klicks, Conversions und Kosten pro Lead. Was er jedoch nicht bietet, sind Antworten auf strategische Fragen: Wie steht es um die langfristige Profitabilität? Passt die Marktpositionierung? Werden die übergeordneten Geschäftsziele unterstützt?
Die Verwechslung entsteht, weil Funnels schnell greifbare Ergebnisse liefern. Messbarkeit wird dabei oft gleichgesetzt mit Wirksamkeit. Doch wie bereits erwähnt, ist nicht alles unwirksam, nur weil es sich schwer messen lässt. Ein Funnel zeigt lediglich, was innerhalb seiner eigenen Logik funktioniert – nicht, ob diese Logik den langfristigen Unternehmenserfolg unterstützt.
Im nächsten Abschnitt wird klar, warum diese scheinbare Genügsamkeit trügerisch ist.
Warum Funnels ausreichend erscheinen
Funnels wirken auf den ersten Blick überzeugend, da sie sofort greifbare Zahlen liefern, die sich leicht zur Budgetrechtfertigung verwenden lassen – besonders gegenüber Finanzverantwortlichen. Doch genau hier liegt das Problem: Der Fokus auf kurzfristige Messbarkeit verdrängt die langfristige Wirkung.
Die Automatisierung von Kampagnen verstärkt diesen Effekt. Plattformen wie Meta Ads oder Google Ads machen es einfach, einen Funnel schnell aufzusetzen. Viele Unternehmen ziehen daraus den falschen Schluss, dass damit die strategische Arbeit bereits erledigt ist. Doch der eigentliche Wettbewerbsvorteil liegt nicht im Werkzeug selbst, sondern in der Strategie, die dahintersteht.
Ein weiterer Punkt: Nur etwa 3 % der Interessenten sind zu einem bestimmten Zeitpunkt kaufbereit. Die restlichen 97 % benötigen Vertrauen, Bekanntheit und langfristige Beziehungspflege – Aufgaben, die ein isolierter Funnel nicht leisten kann.
Gerade im DACH-Markt werden diese Schwächen besonders deutlich.
Realitäten im DACH-Markt
Nordsteg weist darauf hin, dass eine strategische Roadmap über reine Funnels hinausgehen muss – insbesondere in Märkten wie Österreich, Deutschland und der Schweiz. Hier dauern Kaufentscheidungen länger, die Customer Acquisition Costs (CAC) sind höher, und Vertrauen spielt eine zentrale Rolle. Laut einer Studie nennen 88 % der Konsumenten Vertrauen als eines der drei wichtigsten Kaufkriterien – noch vor Preis und Marke.
Ein Funnel, der sich ausschließlich auf Performance-Metriken konzentriert, ignoriert diese Realität. Er optimiert nur auf Abschlüsse am unteren Ende der Journey, während die 97 % der „noch nicht kaufbereiten“ Interessenten außen vor bleiben. Gerade in Märkten, in denen Expertise und Fachwissen entscheidend sind, reicht es nicht, lediglich Klicks zu generieren:
„In B2B you often sell expertise... expert to expert, so to speak. In a way, marketing is just scaled up sales. Done by the same people, the true experts."
Nordsteg zeigt, dass eine reine Funnel-Optimierung lokale Besonderheiten nicht berücksichtigt. Wer Funnels als Ersatz für eine umfassende Strategie betrachtet, optimiert lediglich einen Teilbereich – und verliert dabei das große Ganze aus den Augen.
Wo Funnels an ihre Grenzen stoßen
Was Funnels nicht abdecken
Funnels betrachten nur das, was innerhalb ihres Rahmens liegt – sie erfassen weder die Wahrnehmung der Marke vor dem ersten Kontakt noch die Kundenbindung nach dem Kauf. Sie zeigen nicht, wie Interessenten auf eine Marke aufmerksam werden, welche Werte sie mit dem Unternehmen verbinden oder warum sie langfristig bleiben. Dabei zeigt eine Zahl klar: 79 % der Konsumenten bevorzugen Marken, deren Werte mit ihren eigenen übereinstimmen. Doch ein Funnel kann diese Übereinstimmung nicht schaffen – er setzt sie als gegeben voraus.
Themen wie Markenaufbau, Positionierung und langfristige Marktpräsenz fallen komplett außerhalb des Fokus eines Funnels. Stattdessen konzentriert er sich auf schnelle Conversions und vernachlässigt den Aufbau von Vertrauen und Markenwert. Das zeigt sich auch in der Praxis: Weniger als 20 % der Top-Marketing-Verantwortlichen geben an, ein klares Bild davon zu haben, wie ihre Markenaufbau-Kampagnen wirken. Der Grund dafür ist simpel – diese Aktivitäten sind schwer messbar und werden daher oft ignoriert, obwohl sie die Basis für nachhaltiges Wachstum bilden.
Fehlende Zielgruppendifferenzierung
Funnels behandeln alle Interessenten gleich, obwohl diese oft völlig unterschiedliche Probleme lösen wollen, sich in unterschiedlichen Kaufzyklen befinden und auf verschiedene Botschaften reagieren. Die Vorstellung, dass alle Kunden einem linearen Weg von Awareness zu Conversion folgen, ist schlicht veraltet. Moderne Customer Journeys verlaufen fragmentiert – über diverse Geräte, Plattformen und nicht-lineare Touchpoints hinweg.
Ein Beispiel aus dem DACH-Raum zeigt, wie wichtig Differenzierung ist: Ein mittelständisches Unternehmen führte 2024 Microtests durch, um zu verstehen, welche spezifischen Sub-Probleme ihre Zielgruppe tatsächlich lösen wollte, anstatt einen generischen Funnel zu optimieren. Das Ergebnis war eindrucksvoll: Der Return on Ad Spend (ROAS) stieg von 1,2 auf 2,3, während die Werbekosten um 30 % bis 50 % sanken. Die Lehre daraus? Eine Segmentierung nach echten Bedürfnissen ist effektiver als eine pauschale Funnel-Optimierung.
Diese fehlende Differenzierung wirkt sich nicht nur auf die Ansprache der Zielgruppe aus, sondern behindert auch den Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen.
Kurzfristige Erfolge vs. langfristiges Wachstum
Funnels sind darauf ausgelegt, schnelle Conversions zu priorisieren – schließlich sind diese leicht messbar. Doch die Realität sieht anders aus: Die Mehrheit der potenziellen Kunden benötigt Zeit, Vertrauen und wiederholte Berührungspunkte, bevor sie sich entscheiden. Das führt zu einem klaren Problem: Kunden, die über generische Keyword-Suchen oder Social-Media-Anzeigen kommen, zeigen weniger Loyalität und sind langfristig weniger wertvoll als solche, die eine emotionale Verbindung zur Marke aufgebaut haben. Ein Funnel kann diese Verbindung nicht schaffen, sondern nur nutzen, wenn sie bereits besteht.
Unternehmen, die eine Full-Funnel-Strategie verfolgen und Markenaufbau mit Performance-Marketing kombinieren, erzielen einen 15 % bis 20 % höheren Marketing-ROI.
Ignorierte DACH-Kaufzyklen
Im DACH-Raum sind Kaufentscheidungen, insbesondere im B2B-Bereich, oft langwieriger und vertrauensbasierter als in anderen Märkten. 88 % der Konsumenten nennen Vertrauen als eines der drei wichtigsten Kaufkriterien – noch vor Preis und Marke. Funnels, die auf schnelle Abschlüsse optimiert sind, ignorieren diese Realität.
B2B-Marketing in dieser Region erfordert Substanz und Fachwissen. Markus Widmer von e-dialog bringt es auf den Punkt:
„Wenn du in einem CFO-Meeting über Klickraten sprichst, verlierst du den Raum. Du musst ihre Sprache sprechen, nicht nur deine".
Funnels liefern zwar Klickraten, aber keine Antworten auf die Frage, wie diese Klicks zu nachhaltiger Profitabilität führen. Diese Lücke zeigt, warum Funnels ohne strategischen Rahmen nicht ausreichen, um umfassende Unternehmensziele zu erreichen.
Keine Verbindung zu Geschäftszielen
Funnels zeigen, wie viele Leads generiert wurden und was diese gekostet haben. Was sie nicht zeigen: Ob diese Leads zur Marktpositionierung passen, die Profitabilität steigern oder mit den übergeordneten Geschäftszielen übereinstimmen. 83 % der CEOs betrachten Marketing als zentralen Wachstumsmotor. Doch ein isolierter Funnel kann diese Erwartungen nicht erfüllen.
Standardisierte Bottom-Funnel-Taktiken sind durch Automatisierung längst zur Massenware geworden. Der wahre Wettbewerbsvorteil liegt in einer klaren Strategie, die definiert, welche Ziele verfolgt werden, welche Zielgruppen im Fokus stehen und wie Erfolg langfristig gemessen wird. Nur durch eine umfassende Strategie – wie sie beispielsweise Nordsteg mit einem klaren Marketing-Masterplan bietet – lassen sich diese Herausforderungen lösen und nachhaltige Erfolge erzielen.
Was passiert, wenn Sie auf Strategie verzichten
Ohne eine klare strategische Ausrichtung wird Marketing schnell zum Glücksspiel – mit spürbaren Konsequenzen für Ihr Budget, Ihre Ergebnisse und Ihr Wachstum. Diese Probleme summieren sich und führen zu strukturellen Defiziten, die durch reine Funnel-Optimierung nicht mehr zu beheben sind. Im Folgenden betrachten wir die konkreten Auswirkungen eines fehlenden strategischen Rahmens.
Verschwendetes Werbebudget
Die Kundenakquisitionskosten (CAC) im DACH-Raum sind ohnehin hoch. Wer sich ausschließlich auf den unteren Bereich des Funnels konzentriert, verschärft dieses Problem zusätzlich. Nur 5 % des adressierbaren Marktes sind zu einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich bereit, einen Kauf abzuschließen. Unternehmen, die ausschließlich auf diese kleine Zielgruppe setzen, treiben durch den intensiven Wettbewerb die Kosten weiter nach oben und verpassen gleichzeitig die Chance, die anderen 95 % potenziellen Kunden frühzeitig zu erreichen.
Das Ergebnis: Steigende CAC-Werte bei gleichzeitig sinkendem ROI. Unternehmen zahlen mehr, während die Ergebnisse stagnieren oder sogar zurückgehen. In gesättigten Märkten konkurrieren sie um dieselben Interessenten, anstatt durch frühzeitige Ansprache Nachfrage aufzubauen. Eine Full-Funnel-Strategie hingegen kann den ROI um 15 % bis 20 % steigern. Und das nicht durch höhere Ausgaben, sondern durch eine intelligentere Verteilung der Mittel.
Inkonsistente Kampagnenergebnisse
Ohne strategischen Rahmen fehlt die Grundlage, um Kampagnen sinnvoll zu bewerten. Teams konzentrieren sich auf isolierte Metriken wie Klickraten oder Impressionen, ohne den tatsächlichen Einfluss auf Umsatz und Profitabilität zu verstehen. Im CFO-Meeting über Klickraten zu sprechen, überzeugt niemanden vom Mehrwert des Marketings.
Das Kernproblem: Ohne eine klare Verbindung zu den Geschäftszielen werden Kampagnen nach sogenannten „Vanity Metrics“ bewertet – Zahlen, die zwar gut aussehen, aber keinen realen Beitrag zur Profitabilität leisten. Obwohl 83 % der CEOs Marketing als zentralen Wachstumstreiber sehen, erfüllen isolierte Funnel-Taktiken diese Erwartungen nicht. Die Folgen sind schwankende Ergebnisse, fehlende Planbarkeit und letztlich Budgetkürzungen, weil der tatsächliche Mehrwert nicht greifbar ist.
Zusätzlich bleiben dabei regionale Unterschiede oft unberücksichtigt.
Verlorene lokale Chancen
Der DACH-Raum ist keineswegs ein einheitlicher Markt. Österreich, Deutschland und die Schweiz unterscheiden sich deutlich in Kaufverhalten, Vertrauensbildung und regulatorischen Rahmenbedingungen. Wer diese Unterschiede ignoriert, verliert nicht nur an Relevanz, sondern verschenkt auch Wettbewerbsvorteile.
Im B2B-Bereich zeigt sich beispielsweise: 88 % der Konsumenten nennen Vertrauen als eines der drei wichtigsten Kaufkriterien – noch vor dem Preis. Vertrauen entsteht jedoch nicht durch generische Funnel-Anzeigen, sondern durch Inhalte, die lokal angepasst und substanziell sind. Unternehmen, die diesen Aspekt vernachlässigen, verlieren Marktanteile an Wettbewerber, die strategisch auf regionale Besonderheiten eingehen.
Optimierung ohne Richtung
Ein Funnel lässt sich unendlich optimieren, aber ohne klare strategische Ziele bleibt diese Optimierung wirkungslos. Teams konzentrieren sich auf die Verbesserung einzelner Funnel-Stufen, ohne zu hinterfragen, ob diese Verbesserungen überhaupt zur Erreichung der richtigen Ziele beitragen. Das Resultat: Reaktive Stagnation – statt strategische Marktchancen zu nutzen, wird nur auf kurzfristige Herausforderungen reagiert.
Ein Beispiel: Im Mai 2025 stellte das Universal Technical Institute (UTI) fest, dass ihre suchzentrierte Strategie mit Last-Click-Attribution keine planbaren Ergebnisse lieferte. Erst durch die Einführung eines Full-Funnel-Ansatzes, der Kundenverständnis und kreative Intelligenz in den Mittelpunkt stellte, erzielte UTI eine Steigerung der Branded-Search-Klicks um 104 % und eine Erhöhung der Conversions um 145 %.
Die Erkenntnis daraus: Nur ein klarer Marketing-Masterplan – wie ihn Nordsteg entwickelt – schafft die Grundlage für nachhaltige und planbare Ergebnisse. Ohne Strategie wird Optimierung zur bloßen Beschäftigung ohne Richtung.
Was in Ihre Strategie gehört, bevor Sie Funnels aufbauen
Eine Marketingstrategie ist die Grundlage für planbare Ergebnisse. Sie definiert, warum Sie Marketing betreiben – nicht nur, wie es umgesetzt wird. Ohne diese Klarheit wird jeder Funnel zum Blindflug. Erst mit einem strategischen Fundament können Funnels langfristig Wirkung entfalten. Im Folgenden betrachten wir die fünf zentralen Bausteine, die vor der Umsetzung eines Funnels festgelegt sein müssen.
Klare Geschäftsziele definieren
Strategie beginnt nicht bei Klickraten, sondern bei klaren Geschäftszielen. Laut Studien sehen 83 % der CEOs Marketing als zentralen Wachstumstreiber. Das bedeutet: Ziele wie „mehr Leads generieren“ reichen nicht aus. Stattdessen könnten messbare Vorgaben wie die Steigerung des Customer Lifetime Value (LTV) um 20 % oder die Verkürzung der Payback-Periode auf unter sechs Monate definiert werden . Solche Ziele überzeugen auch im CFO-Meeting, da sie den Bruttomargenbeitrag und zusätzliche Umsätze klar betonen. Wichtig ist, dass diese Ziele abteilungsübergreifend abgestimmt werden: Marketing, Vertrieb, Finanzen und Datenanalyse müssen gemeinsam definieren, was wirklich zählt.
Auf Basis dieser Zielsetzungen bestimmen Sie anschließend, wen Sie erreichen wollen.
Markt und Zielgruppe verstehen
Bevor Sie einen Funnel aufbauen, müssen Sie Ihre Zielgruppe und deren Informationswege genau kennen. Im DACH-Raum unterscheiden sich Kaufverhalten, Plattformpräferenzen und Vertrauensbildung erheblich zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz. Eine präzise Zielgruppenanalyse geht über demografische Daten hinaus und beleuchtet Schmerzpunkte, Motivationen und Entscheidungsprozesse. Über 60 % der Konsumenten haben ihr Kaufverhalten geändert, und ein Drittel probiert aktiv neue Marken aus. Wer diese Dynamiken ignoriert, riskiert, Marktanteile an Wettbewerber zu verlieren, die ihre Botschaften gezielt auf regionale Unterschiede abstimmen.
Positionierung und Botschaft festlegen
Ihre Positionierung entscheidet, ob Sie als austauschbarer Anbieter oder als relevante Lösung wahrgenommen werden. Besonders im B2B-Bereich ist Vertrauen oft wichtiger als der Preis. Vertrauen entsteht jedoch nicht durch generische Werbeslogans, sondern durch Substanz und klare Kommunikation. Brian Dean bringt es treffend auf den Punkt:
„If you want an article about how to unclog a toilet, don't hire a freelance writer. Hire a plumber."
Ihre Botschaft muss lokal relevant sein und durch Expertise überzeugen – ohne leere Marketingphrasen. Mit einer klaren Positionierung schaffen Sie die Grundlage für eine konsistente und glaubwürdige Customer Journey.
Die vollständige Customer Journey abbilden
Ein Funnel zeigt die unternehmenszentrierte Sicht auf den Verkaufsprozess. Die Customer Journey hingegen spiegelt die Perspektive des Kunden wider: emotional, nicht-linear und über viele Touchpoints verteilt. Nur 3 % der Interessenten sind sofort kaufbereit – die übrigen 97 % benötigen Zeit, um Vertrauen aufzubauen. Eine vollständige Strategie verbindet Marketing, Vertrieb und Kundenbindung zu einer zusammenhängenden Reise – von der ersten Kontaktaufnahme über die Kaufentscheidung bis hin zum Onboarding und Wiederkauf. Werden diese Phasen isoliert betrachtet, bleibt viel Potenzial ungenutzt. Dabei sind Zusatzverkäufe an bestehende Kunden oft profitabler als die kostenintensive Neukundengewinnung.
Budget und lokale Anpassung planen
Eine datenbasierte Full-Funnel-Strategie kann den Marketing-ROI um 15 % bis 20 % steigern. Voraussetzung dafür ist eine strategische Verteilung des Budgets über alle Funnel-Phasen. Das bedeutet, nicht nur in den unteren Funnel zu investieren, wo der Wettbewerb besonders stark ist, sondern auch in Awareness und Consideration, um langfristig Nachfrage zu schaffen. Gleichzeitig müssen regionale Gegebenheiten wie die DSGVO, sprachliche Feinheiten und regulatorische Unterschiede zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz berücksichtigt werden. Ohne diese Anpassungen riskieren Sie nicht nur rechtliche Probleme, sondern auch den Verlust an Relevanz.
Genau aus diesem Grund entwickeln wir bei Nordsteg vor jeder Umsetzung einen Marketing-Masterplan oder eine Marketing-Roadmap. Erst wenn diese strategische Basis steht, setzen wir Maßnahmen wie Funnels, Google Ads oder SEO so um, dass sie nachhaltig wirken – und nicht nur kurzfristig Klicks liefern.
Wie Funnels in Ihre Strategie passen
Funnels sind mächtige Werkzeuge – allerdings nur, wenn sie auf einer durchdachten Strategie basieren. Ohne dieses Fundament werden sie schnell zum Selbstzweck: Sie generieren Klicks, aber keine verlässlichen Ergebnisse. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Sie Funnels einsetzen sollten, sondern vielmehr, wann und wie sie in ein umfassenderes System eingebettet werden.
Strategie hat Vorrang
Ein Funnel ist immer nur so effektiv wie die dahinterliegende Strategie. Full-Funnel-Marketing ist keine einzelne Kampagne, sondern ein grundsätzlicher Perspektivwechsel. Bevor Sie mit der Umsetzung beginnen, müssen Ihre Geschäftsziele, Zielgruppen und Kernbotschaften klar definiert sein. Erst danach entscheiden Sie, welche Kanäle und Touchpoints genutzt werden sollen – und nicht umgekehrt. Wer diesen Schritt überspringt und direkt in die Umsetzung geht, riskiert einen widersprüchlichen Markenauftritt, bei dem Branding und Performance nicht Hand in Hand arbeiten. Genau deshalb erstellen wir bei Nordsteg zuerst einen Marketing-Masterplan oder eine Marketing-Roadmap. Erst wenn diese strategischen Grundlagen stehen, setzen wir Funnels so auf, dass sie langfristig Wirkung entfalten. Dabei stehen Aspekte wie plattformübergreifende Ansprache und nachhaltiger Beziehungsaufbau im Vordergrund.
Plattformübergreifende Funnels aufbauen
Die Customer Journey im DACH-Raum ist 2026 alles andere als linear. Potenzielle Kunden stoßen über Google-Suchen, Instagram Reels, YouTube Shorts oder KI-gestützte Tools wie ChatGPT oder Mistral's „Le Chat" auf Ihr Angebot. Ein gut durchdachter Funnel berücksichtigt diese vielfältigen Kontaktpunkte und passt Inhalte sowie Botschaften an die jeweiligen Plattformen an. Das Ziel ist jedoch nicht, auf jeder Plattform präsent zu sein, sondern gezielt dort, wo Ihre Zielgruppe nach Lösungen sucht. Ohne klare Prioritäten riskieren Sie, Budget und Ressourcen zu verzetteln. Neben einer kanalübergreifenden Präsenz ist der Aufbau von langfristigen Beziehungen entscheidend.
Funnels als Instrument für den Beziehungsaufbau
Da nur etwa 3 % der potenziellen Kunden sofort kaufbereit sind, ist der Aufbau und die Pflege langfristiger Beziehungen unverzichtbar. Ein Funnel, der einzig auf schnelle Abschlüsse setzt, verkennt diese Realität. Stattdessen sollten Funnels als Werkzeuge betrachtet werden, die potenzielle Kunden über alle Phasen hinweg begleiten – von der ersten Kontaktaufnahme über die Kaufentscheidung bis zur langfristigen Bindung. Besonders im B2B-Bereich, wo es oft mehr als 20 Anrufversuche braucht, um eine Führungskraft zu erreichen, ist ein Funnel, der auf Marketing-gestütztes Lead-Warming setzt, von unschätzbarem Wert. Reine Verkaufstaktiken führen hier oft ins Leere und kosten wertvolle Chancen.
Die richtigen Kennzahlen im Blick behalten
Ihre Strategie entscheidet, welche Kennzahlen wirklich relevant sind. Markus Widmer, Managing Director bei e-dialog, bringt es treffend auf den Punkt:
„Wenn Sie in einem CFO-Meeting über Klickraten sprechen, verlieren Sie den Raum. Sie müssen deren Sprache sprechen, nicht nur Ihre eigene."
Es geht darum, die Sprache der Entscheidungsträger zu sprechen. Kennzahlen wie die Klickrate (CTR) allein beeindrucken nicht. Stattdessen sollten Sie Metriken verfolgen, die den geschäftlichen Mehrwert abbilden: Gross Margin Contribution, Customer Lifetime Value (LTV) und Payback Period. Eine datenbasierte Full-Funnel-Strategie kann den Marketing-ROI um 15 % bis 20 % steigern – vorausgesetzt, Sie messen die richtigen Werte und optimieren konsequent auf Basis klarer strategischer Ziele.
FAQs
Warum ist ein Funnel allein nicht ausreichend für nachhaltiges Wachstum?
Ein Funnel kann durchaus ein effektives Werkzeug sein, doch ohne eine klare Marketingstrategie bleibt sein Nutzen begrenzt. Kurzfristige Erfolge mögen möglich sein, aber für ein stabiles und langfristiges Wachstum braucht es mehr: präzise definierte Ziele, eine klare Segmentierung der Zielgruppe und konsequenten Markenaufbau.
Fehlen diese strategischen Grundlagen, wird der Funnel schnell zu einem Kostenfaktor, der die langfristigen Unternehmensziele verfehlt. Erst ein durchdachter Marketing-Masterplan stellt sicher, dass Funnels sinnvoll eingebettet werden – als Teil einer Strategie, die auf messbare Resultate und nachhaltigen Erfolg ausgerichtet ist.
Warum sind Funnels im DACH-Markt keine vollständige Marketingstrategie?
Im DACH-Raum – also in Deutschland, Österreich und der Schweiz – werden Funnels oft als taktisches Werkzeug genutzt. Dennoch ersetzen sie keine durchdachte Marketingstrategie. Sie eignen sich hervorragend, um Leads zu generieren, können jedoch langfristige Ziele wie den Aufbau einer starken Marke oder nachhaltiges Wachstum nicht allein erreichen.
Gerade im DACH-Markt spielen rechtliche Anforderungen wie die DSGVO, längere Entscheidungsprozesse und regionale Unterschiede eine entscheidende Rolle. Konsument*innen in Österreich und der Schweiz unterscheiden sich beispielsweise in ihren Vorlieben und Zahlungsgewohnheiten deutlich von anderen Märkten (z. B. € 1.250,00 statt $1,250.00). Eine wirksame Strategie berücksichtigt diese Eigenheiten und kombiniert Funnels mit datengetriebenen Ansätzen, etwa dem See-Think-Do-Care-Framework, um die gesamte Customer Journey gezielt auszurichten.
Die Quintessenz: Funnels sind ein nützliches Werkzeug, aber sie müssen in eine strategische Roadmap eingebettet sein, die auf klar definierte und nachhaltige Ziele ausgerichtet ist.
Warum ist Vertrauen in der Customer Journey im B2B-Bereich so wichtig?
Vertrauen ist im B2B-Bereich der Dreh- und Angelpunkt für erfolgreiche Geschäftsbeziehungen. Kaufentscheidungen gehen hier oft mit hohen Investitionen, langen Verkaufszyklen und nicht unerheblichen Risiken einher. Ohne Vertrauen ist es unwahrscheinlich, dass potenzielle Kunden den gesamten Entscheidungsprozess bis zum Abschluss durchlaufen.
Dieses Vertrauen entsteht nicht zufällig, sondern durch konsequente Maßnahmen entlang der gesamten Customer Journey. In der Awareness-Phase können hochwertige Inhalte wie Whitepapers oder Webinare dazu beitragen, die Glaubwürdigkeit zu stärken. In der Consideration-Phase mindern Fallstudien und Kunden-Testimonials die wahrgenommenen Risiken. Während der Decision-Phase bieten transparente Preisangaben (z. B. € 1.234,00) und eine persönliche Beratung die notwendige Sicherheit. In der Retention-Phase nach dem Kauf sorgen regelmäßiger Support und klare Roadmaps dafür, dass das Vertrauen nicht nur erhalten bleibt, sondern weiter wächst.
Ein durchdachter Markenaufbau in Kombination mit einer klar strukturierten Funnel-Strategie schafft ein belastbares Fundament für Vertrauen. Dieses Fundament ist entscheidend für langfristige Partnerschaften und nachhaltiges Wachstum im B2B-Bereich.



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