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Nicolas Fabjan

Nicolas Fabjan

Geschäftsführer & Performance-Marketing-Stratege bei Nordsteg

Nicolas berät seit über 10 Jahren B2B-Unternehmen und Onlineshops im DACH-Raum zu Performance Marketing, Google Ads und datengetriebenem Wachstum. Über 400 Unternehmen setzen auf seine Strategien.

Keyword vs Suchbegriff

  • Autorenbild: Nicolas Fabjan
    Nicolas Fabjan
  • 10. Nov. 2024
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 15. März


Warum die Verwechslung von Keyword und Suchbegriff Sie Geld kostet


Die meisten Google Ads Konten verbrennen Budget, weil die Person am Steuer den Unterschied zwischen Keyword und Suchbegriff nicht kennt. Das klingt hart - ist aber die Realität in über 80% der Konten, die zur Überprüfung eingereicht werden.


Ein Keyword ist das, was Sie in Google Ads einbuchen. Ein Suchbegriff ist das, was ein echter Mensch bei Google eintippt. Zwei komplett verschiedene Dinge. Und genau diese Lücke zwischen Ihrer Absicht und der Realität der Nutzer entscheidet darüber, ob Ihr Budget Ergebnisse liefert - oder verpufft.


Dieser Artikel erklärt nicht nur den Unterschied. Er zeigt Ihnen, wie Sie den Suchbegriffsbericht in Google Ads richtig lesen, wie Keyword Match Types funktionieren, warum Negative Keywords Pflicht sind und wie Sie einen Workflow aufsetzen, der Ihre Keywords optimieren lässt - systematisch statt nach Bauchgefühl.


Keyword vs Suchbegriff: Die Definition, die Google Ads Anfänger überspringen


Was ist ein Keyword?


Ein Keyword ist ein Begriff, den Sie bewusst in Ihr Google Ads Konto einbuchen. Sie sagen Google damit: "Wenn jemand etwas Ähnliches sucht, zeige meine Anzeige."


Beispiel: Sie verkaufen Laufschuhe und buchen das Keyword laufschuhe kaufen ein. Das ist Ihre Steuerungsgrösse. Sie entscheiden, welche Keywords in Ihren Kampagnen aktiv sind.


Laut Google Ads Hilfe bestimmen Keywords zusammen mit dem gewählten Match Type, bei welchen Suchanfragen Ihre Anzeige erscheinen kann.


Was ist ein Suchbegriff?


Ein Suchbegriff (auch Suchanfrage oder Search Term) ist das, was ein Nutzer tatsächlich in die Google-Suche eingibt. Darauf haben Sie keinen direkten Einfluss.


Beispiel: Sie haben das Keyword laufschuhe kaufen eingebucht. Ein Nutzer tippt bei Google ein: "laufschuhe günstig online kaufen wien". Das ist der Suchbegriff. Er enthält Ihr Keyword - ist aber länger, spezifischer und verrät echte Kaufabsicht.


Warum ist der Unterschied so wichtig?


Weil ein einziges Keyword dutzende oder hunderte verschiedene Suchbegriffe auslösen kann. Und nicht jeder dieser Suchbegriffe passt zu Ihrem Angebot.


Wenn Sie das Keyword laufschuhe einbuchen, kann Google Ihre Anzeige bei Suchanfragen wie "laufschuhe reparieren lassen", "laufschuhe test stiftung warentest" oder "laufschuhe gebraucht" ausspielen. Drei Suchbegriffe, null Kaufabsicht für Ihren Shop.


Genau deshalb ist die Arbeit mit dem Suchbegriffsbericht in Google Ads keine optionale Aufgabe - sie ist das Fundament jeder funktionierenden Kampagne.


Keyword Match Types: So steuern Sie, welche Suchbegriffe Ihre Anzeige auslösen


Google Ads bietet drei Keyword Match Types, die bestimmen, wie breit oder eng Ihre Anzeige ausgespielt wird. Seit den Updates 2024/2025 hat sich das Matching deutlich verändert - Google setzt zunehmend auf KI-gestütztes Verständnis der Suchintention.


Broad Match (Weitgehend passend)


Syntax: keyword ohne Sonderzeichen → laufschuhe kaufen


Broad Match ist die Standardeinstellung und der breiteste Match Type. Google zeigt Ihre Anzeige bei Suchanfragen, die mit Ihrem Keyword verwandt sind - auch wenn der exakte Begriff nicht vorkommt.


Beispiel:

  • Keyword: laufschuhe kaufen

  • Mögliche Suchbegriffe: "joggen schuhe bestellen", "running shoes online shop", "sportschuhe für marathon"


Broad Match greift auf Signale wie den bisherigen Suchverlauf, andere Keywords in der Anzeigengruppe und den Inhalt der Landingpage zurück. Das Potenzial für irrelevante Klicks ist hoch - deshalb funktioniert Broad Match nur in Kombination mit einer soliden Negative-Keywords-Strategie und Smart Bidding.


Phrase Match (Passende Wortgruppe)


Syntax: Keyword in Anführungszeichen → "laufschuhe kaufen"


Phrase Match zeigt Ihre Anzeige bei Suchanfragen, die die Bedeutung Ihres Keywords enthalten. Die Reihenfolge der Wörter spielt eine untergeordnete Rolle, solange die Intention übereinstimmt.


Beispiel:

  • Keyword: "laufschuhe kaufen"

  • Mögliche Suchbegriffe: "wo kann man laufschuhe kaufen", "laufschuhe online bestellen", "günstige laufschuhe kaufen wien"

  • Nicht ausgelöst: "laufschuhe reparieren", "laufschuhe test" (andere Intention)


Phrase Match ist in der Praxis der beste Kompromiss zwischen Reichweite und Kontrolle - besonders für Konten mit moderatem Budget.


Exact Match (Genau passend)


Syntax: Keyword in eckigen Klammern → [laufschuhe kaufen]


Exact Match zeigt Ihre Anzeige nur bei Suchanfragen, die die gleiche Bedeutung wie Ihr Keyword haben. Seit den Google-Updates bedeutet "exact" allerdings nicht mehr wörtlich identisch - Synonyme und Umformulierungen werden einbezogen.


Beispiel:

  • Keyword: [laufschuhe kaufen]

  • Mögliche Suchbegriffe: "laufschuhe bestellen", "running schuhe kaufen"

  • Nicht ausgelöst: "laufschuhe test", "laufschuhe günstig mieten"


Exact Match liefert die höchste Relevanz, aber die geringste Reichweite. Empfehlenswert ist Exact Match für Keywords mit nachgewiesener Conversion-Leistung.


Match Types im Vergleich



Der Suchbegriffsbericht in Google Ads: Ihr wichtigstes Optimierungs-Tool


Der Suchbegriffsbericht (Search Terms Report) zeigt Ihnen, welche tatsächlichen Suchanfragen Ihre Anzeigen ausgelöst haben. Laut Google Ads Hilfe werden dort die Suchbegriffe aufgelistet, die eine signifikante Anzahl an Nutzern verwendet hat.


So finden Sie den Suchbegriffsbericht


1. Öffnen Sie Ihre Google Ads Kampagne

2. Navigieren Sie zu Insights & Reports → Suchbegriffe (oder: Kampagne → Keywords → Suchbegriffe)

3. Wählen Sie den gewünschten Zeitraum


Was Sie im Bericht analysieren sollten


Relevante Suchbegriffe mit guter Leistung: Diese Begriffe zeigen, dass Ihre Keyword-Strategie funktioniert. Prüfen Sie, ob es sich lohnt, diese Suchbegriffe als eigene Keywords einzubuchen - besonders wenn sie regelmässig Conversions liefern.


Irrelevante Suchbegriffe: Jeder Suchbegriff, der Klicks generiert aber nichts mit Ihrem Angebot zu tun hat, kostet Geld. Diese gehören sofort auf Ihre Negative-Keywords-Liste.


Verwandte Suchbegriffe mit Potenzial: Manchmal tauchen Suchbegriffe auf, die Sie nie auf dem Radar hatten - aber perfekt zu Ihrem Angebot passen. Verwandte Suchbegriffe sind eine der besten Quellen für neue Keyword-Ideen. Google zeigt Ihnen hier echtes Nutzerverhalten statt geschätzte Suchvolumina.


Die Einschränkung seit 2020


Seit September 2020 zeigt Google nicht mehr alle Suchbegriffe im Bericht an. Nur Begriffe, die eine "signifikante Anzahl" an Suchanfragen erreicht haben, werden aufgelistet. Das bedeutet: Ein Teil Ihres Budgets fliesst in Suchbegriffe, die Sie nie zu sehen bekommen.


Umso wichtiger ist es, den Bericht regelmässig - mindestens wöchentlich - zu prüfen und mit den sichtbaren Daten aktiv zu arbeiten.


Negative Keywords: Die Strategie, die 90% der Werbetreibenden vernachlässigen


Negative Keywords sind Begriffe, bei denen Ihre Anzeige nicht erscheinen soll. Sie sind das Gegengewicht zu Ihren eingebuchten Keywords - und laut Google Ads Hilfe eine der effektivsten Methoden, um irrelevante Klicks zu vermeiden.


Warum Negative Keywords nicht optional sind


Ohne Negative Keywords zahlen Sie für jeden irrelevanten Klick. Bei einem durchschnittlichen CPC von 1-3 Euro im DACH-Raum summiert sich das schnell auf hunderte Euro pro Monat - für Klicks, die nie konvertieren.


Die drei Ebenen von Negative Keywords


1. Account-Level: Begriffe, die für Ihr gesamtes Unternehmen irrelevant sind.

  • Beispiele: "kostenlos", "gratis", "praktikum", "stellenangebot", "DIY", "selber machen"


2. Kampagnen-Level: Begriffe, die für eine bestimmte Kampagne nicht passen.

  • Beispiel: In einer Kampagne für Premium-Laufschuhe → "billig", "gebraucht", "outlet" als Negative Keywords


3. Anzeigengruppen-Level: Zur Steuerung innerhalb einer Kampagne.

  • Beispiel: Anzeigengruppe "Herren-Laufschuhe" → "damen" als Negative Keyword


Negative Keywords - Match Types


Auch Negative Keywords haben Match Types. Aber Achtung - sie funktionieren anders als bei regulären Keywords:


  • Negative Broad Match: Anzeige wird nicht gezeigt, wenn alle Wörter in der Suchanfrage vorkommen (Reihenfolge egal)

  • Negative Phrase Match: Anzeige wird nicht gezeigt, wenn die Wörter in der angegebenen Reihenfolge vorkommen

  • Negative Exact Match: Anzeige wird nur dann blockiert, wenn die Suchanfrage exakt dem Negative Keyword entspricht


Wichtig: Bei Negative Keywords berücksichtigt Google keine Synonyme oder verwandte Varianten. Das Negative Keyword "schuhe" blockiert nicht "schuh". Sie müssen jede Variante einzeln hinzufügen.


Praxis-Checkliste für Negative Keywords


  • [ ] Suchbegriffsbericht wöchentlich prüfen

  • [ ] Irrelevante Suchbegriffe sofort als Negative Keyword einbuchen

  • [ ] Standard-Negativliste beim Kampagnenstart hinterlegen (Jobs, kostenlos, DIY etc.)

  • [ ] Negative Keywords nach Kampagne und Anzeigengruppe differenzieren

  • [ ] Alle Schreibvarianten berücksichtigen (Singular/Plural/Tippfehler)


Praxis-Workflow: Vom Suchbegriff zum optimierten Keyword


Keywords optimieren ist kein einmaliger Vorgang. Es ist ein Kreislauf, der in jedem aktiven Google Ads Konto wöchentlich durchlaufen werden sollte. Hier der Workflow, der sich in der Praxis bewährt:


Schritt 1: Suchbegriffsbericht exportieren


Exportieren Sie den Bericht der letzten 7-14 Tage als CSV. Sortieren Sie nach Impressionen oder Kosten.


Schritt 2: Suchbegriffe kategorisieren


Teilen Sie jeden Suchbegriff in eine von drei Kategorien ein:


  • ✅ Relevant + konvertiert: Als eigenes Keyword einbuchen (wenn noch nicht vorhanden)

  • ⚠️ Relevant + keine Conversion: Beobachten, ggf. Match Type anpassen

  • ❌ Irrelevant: Sofort als Negative Keyword hinzufügen


Schritt 3: Neue Keywords einbuchen


Relevante Suchbegriffe mit Conversions verdienen ein eigenes Keyword - idealerweise als Exact Match, um die Kontrolle über Gebote und Anzeigentexte zu behalten.


Schritt 4: Negative Keywords pflegen


Fügen Sie irrelevante Suchbegriffe zur passenden Negative-Keywords-Liste hinzu. Prüfen Sie, ob der Begriff auf Account-, Kampagnen- oder Anzeigengruppen-Level blockiert werden soll.


Schritt 5: Match Types überprüfen


Wenn ein Broad Match Keyword zu viele irrelevante Suchbegriffe auslöst, wechseln Sie zu Phrase oder Exact Match. Umgekehrt: Wenn ein Exact Match Keyword zu wenig Reichweite liefert, testen Sie Phrase Match.


Schritt 6: Wiederholen


Dieser Zyklus sollte wöchentlich stattfinden. In der Praxis zeigt sich: Konten, die den Suchbegriffsbericht wöchentlich auswerten, senken den Cost-per-Conversion innerhalb von 3 Monaten um 20-40%.


7 häufige Fehler bei Keywords und Suchbegriffen in Google Ads


1. Keine Negative Keywords von Anfang an


Die meisten Konten starten ohne eine einzige Negativliste. Ergebnis: In den ersten Wochen fliesst 30-50% des Budgets in irrelevante Klicks.


2. Nur Broad Match verwenden


Broad Match ist die Standardeinstellung - und genau deshalb gefährlich. Ohne bewusste Match-Type-Wahl gibt Google die maximale Kontrolle über die Ausspielung.


3. Suchbegriffsbericht ignorieren


Der Bericht existiert nicht zur Dekoration. Wer ihn nicht mindestens wöchentlich prüft, optimiert blind.


4. Keywords als Suchbegriffe behandeln


"Ich habe das Keyword eingebucht, also wird genau danach gesucht." Falsch. Ein Keyword ist ein Trigger - kein Versprechen. Google entscheidet anhand des Match Types und der KI, welche Suchbegriffe es auslöst.


5. Zu viele Keywords pro Anzeigengruppe


Empfehlenswert sind 5-20 Keywords pro Anzeigengruppe. Mehr führt zu Intransparenz und erschwert die Analyse des Suchbegriffsberichts.


6. Keine verwandten Suchbegriffe nutzen


Verwandte Suchbegriffe aus dem Suchbegriffsbericht sind Gold. Sie zeigen echte Nutzersprache und Suchintention - besser als jedes Keyword-Tool.


7. Keywords einmal einbuchen und vergessen


Google Ads ist kein "Set and forget"-Kanal. Keywords optimieren bedeutet kontinuierliche Arbeit: Match Types anpassen, Negative Keywords ergänzen, neue Suchbegriffe als Keywords übernehmen.


FAQ: Die 5 häufigsten Fragen zu Keyword vs Suchbegriff


Was ist der Unterschied zwischen einem Keyword und einem Suchbegriff?


Ein Keyword ist der Begriff, den Sie in Google Ads einbuchen, um Anzeigen auszulösen. Ein Suchbegriff ist die tatsächliche Eingabe eines Nutzers bei Google. Ein Keyword kann viele verschiedene Suchbegriffe auslösen - abhängig vom gewählten Match Type.


Wo finde ich den Suchbegriffsbericht in Google Ads?


Den Suchbegriffsbericht finden Sie unter Insights & Reports → Suchbegriffe. Alternativ navigieren Sie über Ihre Kampagne zu Keywords und wählen dort den Reiter "Suchbegriffe". Der Bericht zeigt, welche echten Suchanfragen Ihre Anzeigen ausgelöst haben.


Was sind Negative Keywords und warum brauche ich sie?


Negative Keywords sind Begriffe, bei denen Ihre Anzeige nicht erscheinen soll. Sie verhindern, dass Sie für irrelevante Klicks bezahlen. Beispiel: Ein Anwalt für Arbeitsrecht bucht "kostenlos" als Negative Keyword ein, damit die Anzeige nicht bei "arbeitsrecht kostenlose beratung" erscheint.


Welcher Match Type ist der beste für Google Ads?


Es gibt keinen universell besten Match Type. Phrase Match bietet den besten Kompromiss zwischen Reichweite und Kontrolle. Exact Match eignet sich für bewährte Top-Keywords. Broad Match funktioniert nur mit Smart Bidding und einer gepflegten Negative-Keywords-Liste.


Wie oft sollte ich meine Keywords optimieren?


Empfehlenswert ist eine wöchentliche Prüfung des Suchbegriffsberichts. Dabei sollten Sie irrelevante Suchbegriffe als Negative Keywords einbuchen, gut performende Suchbegriffe als neue Keywords übernehmen und die Match Types Ihrer bestehenden Keywords bei Bedarf anpassen.









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