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Nicolas Fabjan

Nicolas Fabjan

Geschäftsführer & Performance-Marketing-Stratege bei Nordsteg

Nicolas berät seit über 10 Jahren B2B-Unternehmen und Onlineshops im DACH-Raum zu Performance Marketing, Google Ads und datengetriebenem Wachstum. Über 400 Unternehmen setzen auf seine Strategien.

5 Tipps für mehr Marketingbudget

  • Autorenbild: Nicolas Fabjan
    Nicolas Fabjan
  • 7. Nov. 2024
  • 10 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 15. März


Marketing fühlt sich in vielen KMU wie Bittstellerei an. Das Quartal läuft nicht wie geplant, also wird beim Marketingbudget gekürzt. Klingt logisch - ist aber ein teurer Fehler.


Denn wer im Marketing spart, spart an Sichtbarkeit, an Leads und letztlich an Umsatz. Das Problem: In vielen Unternehmen fehlt die interne Argumentation, um ein angemessenes Budget durchzusetzen. Marketing wird als Kostenstelle betrachtet, nicht als Wachstumstreiber.


Dieser Artikel richtet sich an Sie als Geschäftsführer, Marketingleiter oder Teamlead in einem KMU - an alle, die intern um Budget kämpfen müssen. Sie erhalten fünf erprobte Strategien, mit denen Sie 2026 mehr Marketingbudget sichern. Nicht durch Bauchgefühl, sondern durch Zahlen, Struktur und strategische Kommunikation.


Warum Marketingbudgets in KMU chronisch zu niedrig sind


Bevor wir zu den Lösungen kommen, lohnt sich ein Blick auf die Ursache. Warum haben so viele KMU ein zu niedriges Marketingbudget?


Marketing wird als Kostenstelle gesehen


In Unternehmen, in denen Vertrieb und Produktion die "Helden" sind, gilt Marketing oft als notwendiges Übel. Man braucht eine Website, vielleicht ein paar Social-Media-Posts - aber echtes Budget? Dafür fehlt das Verständnis.


Laut einer Studie des Deutschen Marketing Verbands (DMV) aus 2024 investieren KMU im DACH-Raum durchschnittlich nur 3 bis 5 Prozent ihres Umsatzes in Marketing. Zum Vergleich: Wachstumsstarke Unternehmen liegen bei 8 bis 12 Prozent (Quelle: Deutscher Marketing Verband, Marketingmonitor 2024).


Fehlendes Reporting schafft Misstrauen


Wenn die Geschäftsführung nicht sieht, was Marketing bringt, wird es als erstes gestrichen. Das ist keine Boshaftigkeit - es ist rationales Verhalten. Wer nicht weiß, ob eine Investition sich lohnt, investiert nicht weiter.


Das bedeutet im Umkehrschluss: Wer sein Marketingbudget schützen will, muss Ergebnisse sichtbar machen. Genau darum geht es in den folgenden fünf Tipps.


Die Konsequenz zu niedriger Budgets


Ein zu niedriges Marketingbudget hat Folgen, die sich oft erst mit Verzögerung zeigen:


  • Sinkende Markenbekanntheit: Ohne kontinuierliche Präsenz geraten Sie bei Ihrer Zielgruppe in Vergessenheit. Wettbewerber, die konsequent investieren, übernehmen Ihre Position.

  • Teurere Leadgenerierung: Weniger Budget bedeutet weniger Datenpunkte, weniger Tests und damit höhere Kosten pro Lead. Ein Teufelskreis, der sich selbst verstärkt.

  • Abhängigkeit vom Vertrieb: Wenn Marketing keine Leads liefert, muss der Vertrieb kalt akquirieren. Das ist teurer, langsamer und frustrierender für alle Beteiligten.

  • Innovationsstau: Neue Kanäle testen, Content-Formate ausprobieren, Automatisierungen einführen - all das kostet Geld. Ohne Budget bleibt alles beim Alten.


Tipp 1: Sprechen Sie die Sprache der Geschäftsführung


Der häufigste Fehler bei Budgetverhandlungen: Marketingverantwortliche argumentieren mit Marketing-Kennzahlen. Impressions, Reichweite, Engagement-Rate - das sind wichtige Metriken für die operative Arbeit. Aber für die Geschäftsführung sind sie abstrakt.


Von Metriken zu Geschäftszahlen übersetzen


Was die Geschäftsführung hören will, sind Antworten auf drei Fragen:


1. Was kostet es? (Investition)

2. Was bringt es? (Umsatz, Leads, Pipeline)

3. Wann sehen wir Ergebnisse? (Zeithorizont)


Statt "Wir brauchen 5.000 Euro mehr für Google Ads" sagen Sie: "Mit 5.000 Euro zusätzlichem Ads-Budget generieren wir geschätzt 40 qualifizierte Anfragen pro Monat. Bei unserer Abschlussquote von 15 Prozent sind das 6 Neukunden mit einem durchschnittlichen Erstauftrag von 3.500 Euro - also 21.000 Euro Umsatz."


Eine einfache Formel für die Budgetargumentation


Nutzen Sie diesen Rahmen für jede Budgetanfrage:


Investition → erwartete Leads → erwartete Kunden → erwarteter Umsatz → ROI


Beispiel:

  • Investition: 5.000 Euro/Monat in Paid Search

  • Erwartete Leads: 40 pro Monat (basierend auf Cost-per-Lead von 125 Euro)

  • Abschlussquote: 15 Prozent = 6 Neukunden

  • Durchschnittlicher Kundenwert im ersten Jahr: 8.400 Euro

  • Erwarteter Jahresumsatz: 50.400 Euro

  • ROI: 740 Prozent


Diese Rechnung ist nicht perfekt. Sie ist eine Schätzung. Aber sie zeigt der Geschäftsführung, dass Sie in Rendite denken - nicht in Ausgaben.


Vermeiden Sie diese Formulierungen


Bestimmte Sätze lösen bei Entscheidern sofort Widerstand aus:


  • "Das machen alle anderen auch" - Herdentrieb ist kein Geschäftsargument

  • "Wir müssen mehr Awareness schaffen" - zu vage, nicht messbar

  • "Marketing braucht einfach Zeit" - klingt nach Ausrede

  • "Das können Sie nicht in Euro messen" - genau das will die Geschäftsführung aber


Stattdessen: konkrete Zahlen, klare Zeithorizonte, messbare Ziele.


Tipp 2: Bauen Sie ein Marketing-Cockpit auf


Keine Budgetverhandlung funktioniert ohne Daten. Das Problem in vielen KMU: Die Daten existieren zwar, aber sie liegen verstreut in verschiedenen Tools und werden nie zusammengeführt.


Was ein Marketing-Cockpit leisten muss


Ein Marketing-Cockpit ist kein kompliziertes BI-Dashboard. Es ist eine einfache, regelmäßig aktualisierte Übersicht, die drei Dinge zeigt:


1. Input: Wie viel investieren wir? (Budget pro Kanal und Monat)

2. Output: Was kommt dabei raus? (Leads, Anfragen, Conversions)

3. Outcome: Was bedeutet das fürs Geschäft? (Umsatz, Pipeline, Kundenwert)


Die wichtigsten KPIs für KMU


Sie brauchen keine 50 Metriken. Diese acht reichen für den Anfang:


  • Cost per Lead (CPL): Was kostet eine qualifizierte Anfrage?

  • Cost per Acquisition (CPA): Was kostet ein Neukunde?

  • Customer Lifetime Value (CLV): Was bringt ein Kunde über die gesamte Geschäftsbeziehung?

  • Marketing-ROI: Verhältnis von Marketingkosten zu generiertem Umsatz

  • Lead-to-Customer-Rate: Wie viel Prozent der Leads werden zu Kunden?

  • Pipeline-Wert: Wie viel Umsatzpotenzial steckt in der aktuellen Lead-Pipeline?

  • Kanal-Performance: Welcher Kanal liefert die besten Leads zum niedrigsten Preis?

  • Payback-Periode: Nach wie vielen Monaten hat sich die Marketinginvestition amortisiert?


So setzen Sie es um


Starten Sie einfach. Eine Google-Tabelle reicht für den Anfang. Tragen Sie monatlich die Kosten pro Kanal und die generierten Leads ein. Berechnen Sie daraus den CPL und den geschätzten ROI.


Der entscheidende Punkt: Teilen Sie diese Übersicht proaktiv mit der Geschäftsführung. Nicht erst, wenn nach Ergebnissen gefragt wird, sondern regelmäßig - idealerweise monatlich.


Wenn die Geschäftsführung jeden Monat sieht, dass Marketing messbare Ergebnisse liefert, wird die nächste Budgetverhandlung deutlich einfacher.


Typische Fehler beim Reporting


  • Zu viele Metriken: Weniger ist mehr. Die Geschäftsführung will den Überblick, nicht die Details.

  • Nur Positivzahlen zeigen: Wenn ein Kanal nicht funktioniert, sagen Sie es. Ehrlichkeit schafft Vertrauen.

  • Kein Vergleich: Zahlen ohne Kontext sind wertlos. Vergleichen Sie immer mit dem Vormonat, dem Vorjahr oder einem Benchmark.

  • Kein Handlungsvorschlag: Daten ohne Empfehlung sind nur Information. Sagen Sie immer dazu, was Sie als nächstes tun wollen.


Tipp 3: Starten Sie mit einem Pilotprojekt


Große Budgetsprünge sind in KMU selten. Die Geschäftsführung bewilligt ungern 50.000 Euro für etwas, das sie nicht versteht. Aber 5.000 Euro für einen klar definierten Test? Das ist eine andere Sache.


Warum Pilotprojekte funktionieren


Pilotprojekte reduzieren das wahrgenommene Risiko. Sie geben der Geschäftsführung die Möglichkeit, Marketing "auszuprobieren", ohne sich langfristig zu binden. Und sie geben Ihnen die Chance, mit echten Ergebnissen zu überzeugen.


So strukturieren Sie ein Pilotprojekt


Ein gutes Pilotprojekt hat fünf Elemente:


1. Klares Ziel: Was wollen Sie beweisen? Beispiel: "Google Ads kann für uns qualifizierte Anfragen unter 100 Euro CPL generieren."

2. Definiertes Budget: Wie viel kostet der Test? Beispiel: "3.000 Euro über 3 Monate."

3. Messbare Erfolgskriterien: Wann ist der Test erfolgreich? Beispiel: "Mindestens 30 Leads mit einem CPL unter 100 Euro."

4. Fester Zeitrahmen: Wann wird ausgewertet? Beispiel: "Nach 90 Tagen."

5. Entscheidungsvorlage: Was passiert bei Erfolg, was bei Misserfolg? Beispiel: "Bei Erfolg skalieren wir auf 6.000 Euro/Monat. Bei Misserfolg analysieren wir die Ursachen und entscheiden neu."


Ein konkretes Beispiel


Stellen Sie sich vor, Sie sind Marketingleiter in einem B2B-Unternehmen mit 50 Mitarbeitenden. Ihr aktuelles Marketingbudget liegt bei 2.000 Euro pro Monat - hauptsächlich für die Website und gelegentliche Messeauftritte.


Sie wollen Google Ads testen, aber die Geschäftsführung ist skeptisch. Statt 20.000 Euro Jahresbudget zu fordern, schlagen Sie vor:


"Lassen Sie uns 3 Monate lang Google Ads mit 1.500 Euro pro Monat testen. Ich messe jeden Lead, berechne den CPL und vergleiche ihn mit unseren aktuellen Akquisekosten. Nach 90 Tagen präsentiere ich Ihnen die Ergebnisse und eine Empfehlung."


Dieses Angebot ist für die meisten Geschäftsführer akzeptabel. Das Risiko ist überschaubar, der Zeitrahmen klar und die Erfolgsmessung transparent.


Sie möchten Unterstützung bei der Planung und Umsetzung Ihres Marketing-Pilotprojekts? Sprechen Sie mit uns über Ihre Situation - wir helfen KMU dabei, mit klaren Zahlen intern mehr Budget durchzusetzen.


Tipp 4: Nutzen Sie den Wettbewerb als Argument


Manchmal reicht die eigene Argumentation nicht aus. In solchen Fällen kann ein Blick auf den Wettbewerb helfen. Nicht als Panikmache, sondern als strategische Information.


Wettbewerbsanalyse für die Budgetverhandlung


Laut einer Analyse von Statista aus 2025 planen 67 Prozent der B2B-Unternehmen im DACH-Raum, ihre Digitalmarketingbudgets 2026 zu erhöhen (Quelle: Statista, B2B Marketing Budgets DACH 2025). Das bedeutet: Wenn Sie nicht mitziehen, verlieren Sie Marktanteile - nicht weil Sie schlechter werden, sondern weil andere besser werden.


So recherchieren Sie den Wettbewerb


Sie müssen nicht die exakten Budgets Ihrer Wettbewerber kennen. Es reicht, folgende Punkte zu beobachten:


  • Anzeigenpräsenz: Schalten Ihre Wettbewerber Google Ads oder Social-Media-Anzeigen? Wenn ja, wie prominent?

  • Content-Aktivität: Wie oft veröffentlichen sie Blogartikel, Whitepaper oder Case Studies?

  • Social-Media-Aktivität: Wie regelmäßig und professionell ist deren Auftritt auf LinkedIn, Instagram oder anderen relevanten Plattformen?

  • SEO-Sichtbarkeit: Für welche Keywords ranken Ihre Wettbewerber? Steigt deren Sichtbarkeit?

  • Employer Branding: Stellen Wettbewerber Marketingmitarbeiter ein? Das deutet auf steigende Budgets hin.


Die richtige Formulierung


Vermeiden Sie Panikmache ("Wenn wir nicht sofort investieren, gehen wir unter!"). Stattdessen:


"Unser Wettbewerber X hat in den letzten 6 Monaten seine Ads-Präsenz verdoppelt und rankt jetzt für Keywords, die vorher wir besetzt hatten. Wenn wir nicht reagieren, verlieren wir diese Positionen dauerhaft - und die Kosten, sie zurückzugewinnen, sind deutlich höher als die Kosten, sie jetzt zu verteidigen."


Das ist sachlich, datenbasiert und schafft Dringlichkeit ohne Drama.


Benchmarks als Orientierung


Nutzen Sie Branchenbenchmarks, um Ihr eigenes Budget einzuordnen:


  • B2B-Dienstleister: 6 bis 10 Prozent des Umsatzes

  • E-Commerce: 8 bis 15 Prozent des Umsatzes

  • SaaS: 15 bis 25 Prozent des Umsatzes

  • Produzierende Industrie: 2 bis 5 Prozent des Umsatzes


Wenn Ihr Unternehmen deutlich unter dem Branchenschnitt liegt, ist das ein starkes Argument für eine Erhöhung. Aber auch hier gilt: Verknüpfen Sie den Benchmark immer mit einer konkreten Handlungsempfehlung und erwarteten Ergebnissen.


Tipp 5: Planen Sie langfristig und budgetieren Sie in Phasen


Der letzte Tipp ist gleichzeitig der wichtigste für nachhaltige Budgetentwicklung: Denken Sie nicht in Einzelbudgets, sondern in Phasen.


Das Phasenmodell der Budgetplanung


Viele KMU machen den Fehler, Marketing als einmalige Aktion zu betrachten. "Wir machen mal eine Kampagne und schauen, was passiert." Das funktioniert genauso schlecht wie einmal im Jahr ins Fitnessstudio zu gehen und auf Ergebnisse zu hoffen.


Stattdessen empfiehlt sich ein Phasenmodell:


Phase 1 - Fundament (Monat 1 bis 3):

  • Tracking aufsetzen und validieren

  • Zielgruppen definieren und recherchieren

  • Erste Kampagnen mit kleinem Budget starten

  • Baseline-Daten sammeln

  • Budget: 2.000 bis 4.000 Euro/Monat


Phase 2 - Optimierung (Monat 4 bis 6):

  • Datenbasierte Optimierung der laufenden Kampagnen

  • A/B-Tests für Anzeigen und Landing Pages

  • Content-Produktion hochfahren

  • Budget: 4.000 bis 7.000 Euro/Monat


Phase 3 - Skalierung (ab Monat 7):

  • Erfolgreiche Kampagnen skalieren

  • Neue Kanäle testen

  • Automatisierungen einführen

  • Budget: 7.000 bis 15.000 Euro/Monat (abhängig von Unternehmensgröße und Branche)


Warum Phasen besser funktionieren als Einmalbudgets


Das Phasenmodell hat mehrere Vorteile:


  • Niedrige Einstiegshürde: Die Geschäftsführung muss sich nicht sofort auf ein großes Budget festlegen.

  • Datenbasierte Skalierung: Jede Phase liefert Daten, die die nächste Phase legitimieren.

  • Flexibilität: Wenn etwas nicht funktioniert, kann nach jeder Phase angepasst werden.

  • Vertrauensaufbau: Erfolge in Phase 1 schaffen Vertrauen für Phase 2. Das ist einfacher als sofort das maximale Budget zu fordern.


Die Jahresplanung als strategisches Werkzeug


Erstellen Sie einen Marketing-Jahresplan mit klaren Meilensteinen. Dieser Plan sollte enthalten:


  • Quartalsziele: Was wollen Sie in Q1, Q2, Q3 und Q4 erreichen?

  • Budgetverteilung: Wie verteilt sich das Budget auf Kanäle und Quartale?

  • Personalplanung: Brauchen Sie externe Unterstützung oder interne Ressourcen?

  • Technologie: Welche Tools und Systeme benötigen Sie?

  • Reporting-Rhythmus: Wann und wie berichten Sie an die Geschäftsführung?


Ein solcher Plan zeigt der Geschäftsführung, dass Marketing nicht "irgendwie passiert", sondern strategisch geplant und gesteuert wird. Das schafft Vertrauen und erleichtert Budgetgespräche erheblich.


Die Rolle der Geschäftsführung


Budgetverhandlungen sind keine Einbahnstraße. Damit Marketing erfolgreich sein kann, braucht es auch Commitment von der Geschäftsführung:


  • Klare Unternehmensziele: Marketing kann nur dann sinnvoll planen, wenn die Wachstumsziele des Unternehmens bekannt sind.

  • Geduld: Marketing ist kein Lichtschalter. Besonders Content-Marketing und SEO brauchen 6 bis 12 Monate, um ihre volle Wirkung zu entfalten.

  • Zugang zu Daten: Marketing braucht Zugang zu Vertriebsdaten, um den tatsächlichen ROI berechnen zu können.

  • Regelmäßiger Austausch: Monatliche Gespräche zwischen Marketing und Geschäftsführung sorgen dafür, dass beide Seiten auf dem gleichen Stand sind.


Die häufigsten Fehler bei der Budgetverhandlung


Zum Abschluss noch fünf Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten:


Fehler 1: Zu spät anfangen


Budgetverhandlungen beginnen nicht im November für das nächste Jahr. Sie beginnen das ganze Jahr über - durch regelmäßiges Reporting, durch Quick Wins und durch den Aufbau von Vertrauen.


Fehler 2: Kein Plan B


Was, wenn Sie nur die Hälfte des beantragten Budgets bekommen? Haben Sie einen Plan, wie Sie auch mit weniger Budget Ergebnisse liefern? Zeigen Sie der Geschäftsführung zwei Szenarien: "Optimal" und "Minimum Viable". Das zeigt Flexibilität und Professionalität.


Fehler 3: Nur auf Paid setzen


Ein Budget, das zu 100 Prozent in bezahlte Werbung fließt, ist riskant. Wenn das Budget gekürzt wird, brechen sofort alle Ergebnisse weg. Investieren Sie immer auch in organische Kanäle wie SEO, Content und E-Mail-Marketing. Diese Kanäle brauchen länger, liefern aber nachhaltigere Ergebnisse.


Fehler 4: Keine internen Verbündeten


Marketing ist nicht nur die Aufgabe der Marketingabteilung. Suchen Sie sich Verbündete im Vertrieb, im Produktmanagement oder im Kundenservice. Wenn der Vertriebsleiter sagt "Die Leads aus dem Marketing sind top", wiegt das mehr als jede PowerPoint-Präsentation.


Fehler 5: Die eigene Leistung nicht verkaufen


Marketingverantwortliche sind oft bescheiden. Sie liefern gute Ergebnisse, kommunizieren sie aber nicht intern. Machen Sie Ihre Erfolge sichtbar. Schicken Sie monatliche Highlights an die Geschäftsführung. Zeigen Sie, welche Leads zu Kunden geworden sind. Feiern Sie Ihre Zahlen - professionell, aber selbstbewusst.


Fazit: Mehr Budget beginnt mit besserer Kommunikation


Mehr Marketingbudget zu bekommen ist keine Frage des Glücks oder der Wirtschaftslage. Es ist eine Frage der Kommunikation, der Daten und der Strategie.


Die fünf Tipps zusammengefasst:


1. Sprechen Sie die Sprache der Geschäftsführung - übersetzen Sie Marketing-Metriken in Geschäftszahlen.

2. Bauen Sie ein Marketing-Cockpit auf - machen Sie Ergebnisse sichtbar und nachvollziehbar.

3. Starten Sie mit einem Pilotprojekt - reduzieren Sie das wahrgenommene Risiko.

4. Nutzen Sie den Wettbewerb als Argument - schaffen Sie sachliche Dringlichkeit.

5. Planen Sie in Phasen - starten Sie klein und skalieren Sie datenbasiert.


Wenn Sie diese Prinzipien konsequent umsetzen, wird die Budgetfrage in Ihrem Unternehmen weniger emotional und mehr evidenzbasiert geführt. Und das ist genau die Grundlage, auf der gute Entscheidungen entstehen.


Das Wichtigste: Fangen Sie jetzt an. Nicht mit dem perfekten Dashboard oder der vollständigen Wettbewerbsanalyse, sondern mit dem ersten Schritt. Berechnen Sie Ihren aktuellen CPL. Erstellen Sie eine einfache Monatsübersicht. Definieren Sie ein Pilotprojekt. Jeder dieser Schritte bringt Sie näher an das Budget, das Ihr Marketing wirklich braucht.


Sie wollen Ihr Marketingbudget intern besser argumentieren und mit klaren Zahlen überzeugen? Lassen Sie uns gemeinsam einen Plan entwickeln, der zu Ihrem Unternehmen passt.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)


Wie viel Prozent vom Umsatz sollte ein KMU ins Marketing investieren?


Das hängt von Branche und Wachstumsziel ab. Als Orientierung: B2B-Dienstleister investieren typischerweise 6 bis 10 Prozent ihres Umsatzes in Marketing. Unternehmen, die wachsen wollen, liegen eher bei 8 bis 12 Prozent. Entscheidend ist nicht die absolute Zahl, sondern das Verhältnis von Investition zu messbarem Ergebnis.


Wie überzeuge ich meine Geschäftsführung von mehr Marketingbudget?


Der wichtigste Hebel ist die Übersetzung von Marketing-Ergebnissen in Geschäftszahlen. Statt Impressions und Klicks zu präsentieren, zeigen Sie den konkreten ROI: Wie viel Umsatz hat jeder investierte Euro im Marketing generiert? Kombinieren Sie das mit einem risikoarmen Pilotprojekt und Wettbewerbsdaten.


Was ist ein realistischer Marketing-ROI für KMU?


Ein gesunder Marketing-ROI für KMU liegt bei 300 bis 500 Prozent - also 3 bis 5 Euro Umsatz pro investiertem Euro. In der Praxis variiert das stark nach Branche, Kanal und Reife des Marketings. Wichtig ist, den ROI überhaupt zu messen und kontinuierlich zu verbessern.


Soll ich eher in bezahlte Werbung oder organisches Marketing investieren?


Die beste Strategie ist eine Mischung aus beidem. Bezahlte Werbung (Google Ads, Social Ads) liefert schnelle Ergebnisse und Daten. Organisches Marketing (SEO, Content, E-Mail) braucht länger, ist aber nachhaltiger und wird mit der Zeit günstiger. Starten Sie mit Paid, um schnell Daten zu sammeln, und bauen Sie parallel organische Kanäle auf.


Wie messe ich den Erfolg meines Marketingbudgets?


Konzentrieren Sie sich auf vier Kern-KPIs: Cost per Lead (CPL), Cost per Acquisition (CPA), Customer Lifetime Value (CLV) und den Gesamt-ROI. Ergänzen Sie diese mit kanalspezifischen Metriken wie Conversion-Rate und Pipeline-Wert. Entscheidend ist ein monatliches Reporting, das die Verbindung zwischen Marketingkosten und Geschäftsergebnissen transparent macht.


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Gast
19. Nov. 2024
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